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10 Nachteile von Erdwärme im Überblick

Wer sich für die Nutzung von Erdwärme als Heizungsalternative interessiert, der wird mit einer Vielzahl von Nachteilen konfrontiert. Diese sind häufig aber nur auf den ersten Blick als negativ einzustufen. Wir haben Ihnen daher im Folgenden die vermeintlichen Nachteile der Erdwärme aufgeführt und erklären den wahren Hintergrund.

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Nachteil 1: Erdwärmeheizungen sind wesentlich teurer als andere Heizungen

Die Investitionskosten zur Nutzung von Erdwärme sind deutlich höher als bei einer konventionellen Heizanlage. Die jährlichen Heiz- und Betriebskosten sind aber um ein Vielfaches geringer, sodass sie die Mehrkosten bereits nach einigen Jahren wieder eingespielt haben. Zudem sind auch primär die Erdwärmesonden bzw. der Flachkollektor der wesentliche Kostentreiber. Und da der Erdwärmetauscher nahezu unverwüstlich und somit auch noch nach vielen Jahren nutzbar ist, können die dafür zu kalkulierenden Kosten auch auf eine wesentlich längere Nutzungsdauer umgelegt werden. Konsequenterweise müssten bei einem Kostenvergleich nur die Kosten der Wärmepumpe und nicht des Erdwärmetauschers mit konkurrierenden Heizsystemen verglichen werden. Trotzdem sind die hohen Anschaffungskosten häufig ein Nachteil, da nicht jeder der Erdwärme nutzen möchte - trotz der jährlichen Ersparnisse - einen Kredit bekommt und somit eine Erdwärmeheizung nicht finanzieren und bezahlen kann.

Nachteil 2: Mit Erdwärme kann man kein Haus alleine beheizen

Grundsätzlich kann man mit Erdwärme und einer entsprechenden Wärmepumpe auch ein Haus vollkommen eigenständig (monovalent) beheizen, ohne dass man ein weiteres Heizungssystem benötigt. Denn aufgrund einer genauen, an den individuellen Wärmebedarf geplanten Dimensionierung der Heizanlage wird eine zusätzliche Heizanlage auch an kalten Tagen nicht benötigt. Dennoch sind Neubauten im Vorteil, die einer geringere Vorlauftemperatur benötigen und so eine höhere Effizienz der Erdwärmeheizung nach sich ziehen. Altbauten sind hingegen im Nachteil, da diese Vielfach eine höhere Vorlauftemperatur und damit bei gleicher Quadratmeterzahl der Nutzfläche eine größere Wärmepumpe und auch mehr "Erdwärme" benötigt. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen und einem hohen Heizwärmebedarf kommt daher ein elektrischer Heizstab als Ergänzung zum Einsatz. Da dies kostenaufwändig, werden Altbauten teilweise auch bivalent mit einer zusätzlichen z. B. Gasheizung zur Spitzenlastabdeckung im Winter beheizt.

Nachteil 3: Die Stromkosten sind im Vergleich zu Öl und Gas zu teuer

Da man Erdwärme nur mit einer Wärmepumpe nutzbar machen kann, die wiederum Strom benötigt, sind die Heizkosten letztlich von der Strompreisentwicklung abhängig. Dies kann bei im Vergleich zu weniger stark steigenden Öl- und Gaspreisen durchaus als Nachteil der Erdwärme angekreidet werden. Dabei muss man jedoch bedenken, dass eine Erdwärmeheizung einen höheren Wirkungsgrad und Effizienz aufweist. Diese bemisst sich über das ganze Jahre hinweg gerechnet an der Jahresarbeitszahl und liegt bei Erdwärme bei etwa einer 4. Das heißt, dass man 3 kWh Erdwärme und 1 kWh Strom benötigt, um 4 kWh Wärme zu produzieren. Dieses Verhältnis führt nicht nur zu einem deutlich geringeren zusätzlichen Energie- bzw. Strombedarf als bei einer Heizung, die zu 100% mit Öl, Gas oder auch Holzpellets befeuert, sondern insbesondere auch zu einer höheren Preisstabilität, da eine 10% Strompreissteigerung die Heizkosten nur zu 2,5% anhebt. Eine 10%ige Preissteigerung von z. B. Erdgas würde die Heizkosten auch zu 10% verteuern.

Nachteil 4: Dem Boden kann zuviel Erdwärme entzogen werden

Dies kann tatsächlich passieren, wenn der Erdwärmetauscher zu klein ausgelegt wurde. Dann wird über die Erdsonde oder den Flächenkollektor zuviel Wärme der Erde entzogen und die Wärmepumpe benötigt mehr Strom. Nachteilig ist zudem, dass sich dann bei horizontal verlegten Kollektoren tatsächlich Schäden an der Grasnarbe deutlich abzeichnen können. Letztlich ist dies jedoch ein Planungsfehler und hat nix mit der eigentlichen Erdwärmenutzung zu tun. Denn ursächlich für den erhöhten Erdwärmeentzug ist ein falsch geplantes Verhältnis von Heiz- und Erdwärmebedarf, um eine effiziente Heizwärmeversorgung zu realisieren. Um diesen Nachteil der Erdwärme zu vermeiden, muss eine Erdwärmeheizung fachmännisch geplant werden und der langfristig benötigte Heizwärmebedarf zugrunde gelegt werden. Am Besten plant man hier zudem gewisse Sicherheiten ein, falls z. B. Nachwuchs erwartet wird oder das Haus später - auch nach einem Verkauf - von mehr Personen als zum Zeitpunkt der Planung bewohnt werden könnte.

Wird der Erdwärmetauscher entsprechend dem Heizwärmebedarf groß genug ausgelegt, so kann es auch bei monovalenter Betriebsweise zu keiner thermischen Überbeanspruchung des Bodens kommen. (Foto: energie-experten.org)
Wird der Erdwärmetauscher entsprechend dem Heizwärmebedarf groß genug ausgelegt, so kann es auch bei monovalenter Betriebsweise zu keiner thermischen Überbeanspruchung des Bodens kommen. (Foto: energie-experten.org)

Nachteil 5: Heizen mit Erdwärme ist im Grunde nicht CO2 frei

Auch dieser gerne angeführte Nachteil der Erdwärme ist grundsätzlich nicht falsch. Denn obwohl vor Ort durch die Erdwärme-Heizanlage keinerlei CO2 entsteht, wird für den Betrieb der Wärmepumpe Strom benötigt. Wird konventioneller Strom bezogen, so wird die Klimabilanz der Erdwärmepumpe nachteilig durch den CO2-Ausstoß der Stromerzeugung belastet. Da jedoch wie o.g. nur ein Viertel der eingesetzten Energie Strom ist, ist allerdings die CO2-Erzeugung durch die Erdwärmeheizung geringer als bei Öl-, Gas- und auch Holzheizungen. Die vollkommen CO2 freie Art zu heizen, bietet sich nur durch die Nutzung von "grünem Strom" an. Dieser ist jedoch wiederum teurer als klassischer Heizstrom, sodass genau nachgerechnet werden sollte, ob es sich lohnt, die Erdwärmeheizung vollkommen ohne jegliche klimaschädlichen CO2-Ausstoß betreiben zu wollen.

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Nachteil 6: Erdwärme kann das Duschwasser nicht warm genug aufheizen

Ein gerne angeführtes Gegenargument. Stimmt jedoch auch nur teilweise. Selbstverständlich kann eine Erdwärmeheizung Ihr Duschwasser auf angenehme Temperaturen bringen. Kleiner Nachteil ist jedoch, dass bei sehr hohen Temperaturen und einem sehr großen Bedarf auch die Effizienz der Erdwärmeheizung leidet. Die Wärmepumpe verbraucht also mehr Strom. Allerdings tritt dieser Nachteil in ähnlicher Form auch bei anderen Heizungen auf. Bei Öl-, Gas- oder Holzpelletheizungen steigt jedoch der Energiebedarf nicht überproportional wie beim Einsatz von Erdwärme an, da hier bereits ein sehr hohes Temperaturniveau bei der Verbrennung erzeugt wird. Dennoch ist grundsätzlich zu empfehlen, die Brauchwassertemperatur zum Energiesparen - auch bei sparsamen Systemen wie der Wärmepumpe - etwas runter zu regeln. Dabei reichen schon wenige Grade aus, um vergleichsweise viel Energie zu sparen.

Nachteil 7: Erdwärme kann nicht mit Heizkörpern genutzt werden

In Neubauten werden aus Gründen der Energieeinsparung und der Behaglichkeit meistens Flächenheizungen (Wandheizungen, Fußbodenheizungen) eingebaut. Aufgrund der niedrigen Systemtemperaturen eignen sich diese Niedertemperaturheizungen ideal für alle Arten von Wärmepumpen. Aber auch Radiatorenheizungen können verwendet werden, wenn dies auch in der Planung der Erdwärmeheizung berücksichtigt wird. Um die sonst üblichen 60°C Vorlauftemperatur zu vermeiden, kann man u.a. den Wasserdurchfluss durch eine höhere Pumpleistung anheben. Im Ergebnis können dann bei voll aufgedrehten Heizkörpern die Vorlauftemperaturen abgesenkt werden und man erreicht die gleiche Wärmeabgabe wie bei einem geringeren Volumenstrom bei einer typischen, mittleren Heizkörpereinstellung. Dieses Prinzip stößt jedoch bei zu klein dimensionierten Heizkörpern an seine Grenzen. Um auch in diesen Fällen zu Stromkosten zu vermeiden, sollte man in Betracht ziehen, diese Heizkörper gegen Niedertemperaturheizkörper auszutauschen. Dies kann der Erdwärmeheizung als Nachteil angelastet werden.

Nachteil 8: Erdwärme lohnt sich nicht mit einer Solarwärmeanlage

Solarwärme und Erdwärme sind beides gleichwertige Wärmequellen, die in ihrem Nutzen für die Umwelt einander in nichts nachstehen. Daher ist eine Kombination aus Gründen des Klimaschutzes und auch energetischen Erwägungen immer sinnvoll, da die Erdwärmepumpe dann in den Sommermonaten vollständig durch Solarwärme ersetzt werden kann und somit kein Strom benötigt wird. Betrachtet man eine Kombination aus Solarwärme und Erdwärme, so gibt es zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht ein paar Nachteile. Denn rein aus wirtschaftlicher Sicht führt eine Kombination in der Praxis dazu, dass man die hinsichtlich ihrer Gesamtkosten recht günstige durch die Erdwärmeheizung erzeugte kWh durch eine etwas teurere kWh Wärme aus der Solarthermieanlage ersetzt. Um ganz genau zu sein, wirkt sich diese Substitution zudem als Nachteil auf die Erdwärme aus, da so ihr Potenzial nicht ausgenutzt wird und quasi die Anlage zu groß dimensioniert ist. Es werden also unnütz Kosten verursacht. Wer diese Nachteile bei einer Kombination von Erdwärme und Solarwärme vermeiden möchte, der sollte ein solches Konzept von vornherein bei der Planung berücksichtigen.

Kleine Solarwärmeanlagen ergänzen eine Erdwärmeheizung vor Allem in ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht: Sie liefern umweltfreundliche Wärme und sparen insbesondere im Sommer Stromkosten der Wärmepumpe. (Foto: energie-experten.org)
Kleine Solarwärmeanlagen ergänzen eine Erdwärmeheizung vor Allem in ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht: Sie liefern umweltfreundliche Wärme und sparen insbesondere im Sommer Stromkosten der Wärmepumpe. (Foto: energie-experten.org)

Nachteil 9: Der Garten kann nicht mehr uneingeschränkt genutzt werden

Dies ist tatsächlich ein Nachteil, allerdings nur bei der Nutzung eines horizontalen Erdwärmekollektors. Denn dieser bedarf zu seiner Regeneration im Sommer immer auch der Solarenergie, die dem Boden in den Schichten von bis 1,50 Metern Wärme hinzufügt, die im Winter im Heizbetrieb dem Boden als Erdwärme wieder entzogen wird. Daher darf der Garten bzw. der Grundstücksteil, auf dem der Flachkollektor installiert ist, auch nur eingeschränkt bebaut oder bepflanzt werden. Denn Pflanzen, die tiefe Wurzeln ausschlagen, könnten tatsächlich den Flachkollektor beeinträchtigen oder langfristig sogar beschädigen. Zudem muss darauf geachtet werden, dass der Boden nicht allzu stark nachträglich verschattet wird und Regenwasser als Wärmeleiter in den Boden eindringen kann. Eine Bepflanzung des Gartens mit Blumen, Sträuchern und Flachwurzlern ist daher uneingeschränkt möglich. Letztlich ist auch dieser Nachteil der Erdwärme nur ein Planungsproblem. Weiß man vorher, dass man den Garten z. B. mit einer Terrasse bebauen will, so kann man bereits eine etwas geringere Entzugsleistung durch einen etwas größeren Wärmetauscher wett machen.

Nachteil 10: Erdwärme ist nur etwas für Hausbesitzer mit eigenem Garten

Auch dies ist tatsächlich in der Praxis ein Erdwärme-Nachteil, denn häufig ist in städtischen Gebieten nicht genügend Platz zur Verfügung, ein Mehrfamilienhaus ausreichend mit Erdwärme zu versorgen. Selbst für Erdwärmesonden ist häufig kein ausreichender Platz, da Erdwärmebohrungen in einem Abstand von mindestens 5 Metern zueinander und auch mit einem Abstand von häufig 3 Metern zur Grundstücksgrenze gebohrt werden müssen. Dies schränkt die Anzahl der möglichen Bohrungen auf einem sehr kleinen Grundstück stark ein. Man könnte dies sicherlich ausgleichen, indem man tiefer bohrt. Dies führt jedoch wiederum zu höheren Kosten und auch ab einer Bohrtiefe von 100 Metern zu einer teilweise komplexeren Bewilligung durch das Bergamt. Zudem ist es in innerstädtischen Bereichen häufig schwierig, das Bohrgerät zu transportieren und auf dem Bohrplatz geeignet zu manövrieren, sodass weitere Bohroptionen ausfallen. Alternativ lassen sich jedoch auch in städtischen Gebieten bivalente Systeme einsetzen, bei denen in den Wintermonaten mit Minustemperaturen ein Gaskessel zum Einsatz kommt. Dann kann die Anzahl an Erdwärmebohrungen reduziert werden.

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"10 Nachteile von Erdwärme im Überblick" wurde am 08.05.2017 das letzte Mal aktualisiert.