Letzte Aktualisierung: 06.06.2021

Einkommensteuer auf die Gewinne durch Photovoltaikanlagen

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Wie werden Photovoltaikanlagen bei der Einkommensteuer behandelt? Wann gilt eine Ge­winn­er­zie­lungs­ab­sicht? Welche Einnahmen muss ich versteuern? Welche Solaranlagen sind von der Einkommensteuer-Pflicht befreit?

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Steuerpflicht auf Gewinne und Verluste durch die Photovoltaikanlage

Die Gewinne oder auch Verluste aus dem Betrieb der Photovoltaikanlage gelten aus steuerlicher Sicht gemäß § 15 Einkommensteuergesetz (EStG) als Einnahmen bzw. Einkommen, das in der Einkommensteuererklärung in Anlage G berücksichtigt werden muss.

Ergeben sich durch den Betrieb der Photovoltaikanlage Verluste z. B. in den Anfangsjahren, so können diese geltend gemacht werden, wenn sich über die gesamte Nutzungsdauer von in der Regel 20 Jahren insgesamt ein Gewinn ergibt.

Mit dem BMF-Schreiben „Gewinnerzielungsabsicht bei kleinen Photovoltaikanlagen und vergleichbaren Blockheizkraftwerken“ vom 02. Juni 2021 vereinfachte das Bundesfinanzministerium die Beurteilung der „Gewinnerzielungsabsicht“ kleiner Photovoltaikanlagen. Seither gilt, dass sich Betreiber kleiner, privat betriebener Solaranlagen bis 10 kW von der Ermittlung und Abführung der Einkommensteuer befreien lassen können. (Weitere Infos zur Steuerbefreiung)

Gewinnermittlung durch Einnahme-Überschuss-Rechnung

Ob die Photovoltaikanlage in einem Jahr einen Gewinn oder einen Verlust erzielt hat, wird über eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung ermittelt. Dabei wird nur die Summe aller im Kalenderjahr erzielten Vergütungen aus der Einspeisung und dem Eigenverbrauch des produzierten Stroms den Betriebsausgaben wie Darlehenszinsen, Abschreibungen, Versicherungen und den Betriebs- und Wartungskosten gegenübergestellt. Die Einnahmen durch den Eigenverbrauch des Solarstroms werden häufig mit 20 Cents pro Kilowattstunde angesetzt. Dieser Ansatz ist in bestimmten Fällen auch bei der Ermittlung der Umsatzsteuer relevant.

Ermittlung der Abschreibung (AfA) von Photovoltaikanlagen

Einer der größten Posten der steuerlich absetzbaren Kosten einer Photovoltaikanlage sind die entstehenden Kosten der Absetzung für Abnutzung (AfA). Diese gilt als Betriebausgabe innerhalb der Gewinnermittlung einer Photovoltaikanlage. Die Anschaffungskosten von sowohl auf das Dach gesetzten Photovoltaikanlagen als auch dachintegrierten Anlagen werden über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren linear zu 5 Prozent abgeschrieben. Im Jahr der Anschaffung werden diese Kosten zeitanteilig angesetzt.

Neben der linearen Abschreibung sind unter Umständen auch Sonderabschreibungen gemäß § 7g Abs. 5 EStG in Höhe von bis zu 20 Prozent möglich, die über die ersten 5 Jahre verteilt werden können. Zudem können unter bestimmten Voraussetzungen bereits im Jahr vor der eigentlichen Investition bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten als Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG gewinnmindernd abgezogen werden. Bei dachintegrierten Photovoltaikanlagen können zudem die Mehrkosten im Vergleich zu einer herkömmlichen Dacheindeckung steuerlich zu den Investitionskosten für die Photovoltaikanlage gezählt werden.

Einkommensteuer-Befreiung für kleine PV-Anlagen bis 10 kW

Das BMF stellt es mit dem Schreiben „Gewinnerzielungsabsicht bei kleinen Photovoltaikanlagen und vergleichbaren Blockheizkraftwerken“ vom 02. Juni 2021 Besitzern kleiner Photovoltaikanlagen frei, ihre Anlage mit „Gewinnerzielungsabsicht“ zu betreiben. Seither gilt, dass sich Betreiber kleiner Solaranlagen von der Ermittlung und Abführung der Einkommensteuer befreien lassen können.

Die neuen Regelungen des Bundesfinanzministeriums gelten für Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 10 kW, die „auf zu eigenen Wohnzwecken genutzten oder unentgeltlich überlassenen Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken einschließlich Außenanlagen (z. B. Garagen)“ installiert sind und nach dem 31. Dezember 2003 in Betrieb genommen wurden. Einnahmen aus dem Stromverkauf wie z. B. aus der EEG-Einspeisevergütung brauchen jetzt nicht mehr aufgeführt werden.

PV-Anlagen-Besitzer, die der vorgenannten Definition des BMF entsprechen, können nun eine Steuerbefreiung einfach formlos z. B. schriftlich beantragen. Diesem Antrag wird dann „ohne weitere Prüfung“ stattgegeben. Es wird „in allen offenen Veranlagungszeiträumen“ unterstellt, dass die Photovoltaikanlage nicht mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird. Der Antrag des Solaranlagenbesitzers muss zudem nur einmal gestellt werden, er wirkt gemäß BMF-Schreiben vom Juni 2021 auch für die Folgejahre.

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