Letzte Aktualisierung: 07.11.2021

Einkommensteuer auf die Gewinne durch Photovoltaikanlagen

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Wie werden Photovoltaikanlagen bei der Einkommensteuer behandelt? Wann gilt eine Ge­winn­er­zie­lungs­ab­sicht? Welche Einnahmen muss ich versteuern? Welche Solaranlagen sind von der Einkommensteuer-Pflicht befreit?

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Steuerpflicht auf Gewinne und Verluste durch die Photovoltaikanlage

Die Gewinne oder auch Verluste aus dem Betrieb der Photovoltaikanlage gelten aus steuerlicher Sicht gemäß § 15 Einkommensteuergesetz (EStG) als Einnahmen bzw. Einkommen, das in der Einkommensteuererklärung in Anlage G berücksichtigt werden muss.

Ergeben sich durch den Betrieb der Photovoltaikanlage Verluste z. B. in den Anfangsjahren, so können diese geltend gemacht werden, wenn sich über die gesamte Nutzungsdauer von in der Regel 20 Jahren insgesamt ein Gewinn ergibt.

Mit dem BMF-Schreiben „Gewinnerzielungsabsicht bei kleinen Photovoltaikanlagen und vergleichbaren Blockheizkraftwerken“ vom 02. Juni 2021 vereinfachte das Bundesfinanzministerium die Beurteilung der „Gewinnerzielungsabsicht“ kleiner Photovoltaikanlagen. Seither gilt, dass sich Betreiber kleiner, privat betriebener Solaranlagen bis 10 kW von der Ermittlung und Abführung der Einkommensteuer befreien lassen können. (Weitere Infos zur Steuerbefreiung)

Gewinnermittlung durch Einnahme-Überschuss-Rechnung

Ob die Photovoltaikanlage in einem Jahr einen Gewinn oder einen Verlust erzielt hat, wird über eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung ermittelt. Dabei wird nur die Summe aller im Kalenderjahr erzielten Vergütungen aus der Einspeisung und dem Eigenverbrauch des produzierten Stroms den Betriebsausgaben wie Darlehenszinsen, Abschreibungen, Versicherungen und den Betriebs- und Wartungskosten gegenübergestellt. Die Einnahmen durch den Eigenverbrauch des Solarstroms werden häufig mit 20 Cents pro Kilowattstunde angesetzt. Dieser Ansatz ist in bestimmten Fällen auch bei der Ermittlung der Umsatzsteuer relevant.

Ermittlung der Abschreibung (AfA) von Photovoltaikanlagen

Einer der größten Posten der steuerlich absetzbaren Kosten einer Photovoltaikanlage sind die entstehenden Kosten der Absetzung für Abnutzung (AfA). Diese gilt als Betriebausgabe innerhalb der Gewinnermittlung einer Photovoltaikanlage. Die Anschaffungskosten von sowohl auf das Dach gesetzten Photovoltaikanlagen als auch dachintegrierten Anlagen werden über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren linear zu 5 Prozent abgeschrieben. Im Jahr der Anschaffung werden diese Kosten zeitanteilig angesetzt.

Neben der linearen Abschreibung sind unter Umständen auch Sonderabschreibungen gemäß § 7g Abs. 5 EStG in Höhe von bis zu 20 Prozent möglich, die über die ersten 5 Jahre verteilt werden können. Zudem können unter bestimmten Voraussetzungen bereits im Jahr vor der eigentlichen Investition bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten als Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG gewinnmindernd abgezogen werden. Bei dachintegrierten Photovoltaikanlagen können zudem die Mehrkosten im Vergleich zu einer herkömmlichen Dacheindeckung steuerlich zu den Investitionskosten für die Photovoltaikanlage gezählt werden.

Einkommensteuer-Befreiung für kleine PV-Anlagen bis 10 kW

Das BMF stellt es mit dem Schreiben „Gewinnerzielungsabsicht bei kleinen Photovoltaikanlagen und vergleichbaren Blockheizkraftwerken“ vom 02. Juni 2021 Besitzern kleiner Photovoltaikanlagen frei, ihre Anlage mit „Gewinnerzielungsabsicht“ zu betreiben. Seither gilt, dass sich Betreiber kleiner Solaranlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 10 kWp, die nach dem 31. Dezember 2003 oder vor mehr als 20 Jahren in Betrieb genommen wurden, von der Ermittlung und Abführung der Einkommensteuer befreien lassen können.

In einer aktualisierten Fassung des Schreibens vom 29.10.2021 konkretisiert das Bundesfinanzministerium u.a. die 10 Kilowatt-Grenze. Demnach richtet sich die installierte Gesamtleistung nach der Summe der installierten Leistung aller Photovoltaikanlagen einer steuerpflichtigen Person/ einer Mitunternehmerschaft und nicht die Leistung einer einzelnen Anlage.

Gestrichen wurde auch die Anforderung, dass die Photovoltaik-Anlagen auf Ein- oder Zweifamilienhäusern installiert sein müssen und keine Vermietung stattfinden dürfe. Nach der jetzigen Vorgabe kann die „steuerbefreite“ Solaranlage daher auch auf teilweise vermieteten Mehrfamilienhäusern betrieben werden, wenn nur der oder die Anlagenbetreiber den Strom in privaten Haushalten nutzen.

PV-Anlagen-Besitzer, die der vorgenannten Definition des BMF entsprechen, können seither eine Steuerbefreiung einfach formlos z. B. schriftlich beantragen. Diesem Antrag wird dann „ohne weitere Prüfung“ stattgegeben. Es wird „in allen offenen Veranlagungszeiträumen“ unterstellt, dass die Photovoltaikanlage nicht mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird. Der Antrag des Solaranlagenbesitzers muss zudem nur einmal gestellt werden, er wirkt gemäß BMF-Schreiben vom Juni 2021 auch für die Folgejahre.

Keine steuerlich unbeachtliche Liebhaberei liegt hingegen bei Solaranlagen vor, die vor dem 31.12.2003 in Betrieb gesetzt wurden. Auf Nachfrage vom Solarenergie Förderverein SFV beurteilt das Bundesministerium der Finanzen wie folgt:

„Für ältere Anlagen (bis Inbetriebnahme 31.12.2003) kann die Vereinfachungsregelung nicht in Anspruch genommen werden. Aufgrund der für diese Anlagen deutlich höheren Einspeisevergütungen ist hier grundsätzlich von einer Gewinnerzielungsabsicht auszugehen. Es bleibt den Steuerpflichtigen jedoch unbenommen, auch für derartige Anlagen im Einzelfall eine fehlende Gewinnerzielungsabsicht ggf. ab dem Zeitpunkt des Auslaufens der Einspeisevergütung nachzuweisen. Diesbezüglich wenden Sie sich bitte an das zuständige Finanzamt."

Allerdings kann sich diese Einschätzung beim Weiterbetrieb dieser Anlagen ändern, da nach Ende der EEG-Förderung nach Ablauf von 20 Jahren die Einspeisevergütung deutlich sinkt, sodass ab diesem Zeitpunkt von einer fehlenden Gewinnerzielungsabsicht ausgegangen werden kann.

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