Letzte Aktualisierung: 04.09.2020

Steckdosenfertige Solar-Geräte: So speisen Sie sicher ein!

Solarstrom vom Dach ist längst günstiger als Strom aus dem Netz. Doch in der Vergangenheit konnten hauptsächlich Hausbesitzer Solarstrom selbst erzeugen. Seit einiger Zeit können nun Mieter und Bewohner von Mehrfamilienhäusern mit Stecker-Solar-Geräten auch eigenen Strom produzieren.

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  • Bei einem Stecker-Solar-Gerät handelt es sich um 1 oder 2 vergleichsweise kleine und steckerfertige Plug&Play-PV-Module, die an Balkonbrüstungen, Außenwänden, Dächern, auf Terrassen und in Gärten installiert werden.
  • Das Stecker-Solarmodul erzeugt elektrischen Strom, den ein Modulwechselrichter auf der Rückseite des Moduls in „normalen“ Wechselstrom umwandelt, um diesen im Haushalt zu verbrauchen.
  • Stecker-Solarmodule können bis zu einer Leistung von 600 Watt an eine normale Steckdose angeschlossen werden. Alternativ kann man das Steckersolargerät auch an eine spezielle Einspeisesteckdose einstecken.
  • Wird vom Stecker-Solargerät Strom in den Hausstromkreis eingespeist und von Verbrauchern genutzt, dann dreht sich der Stromzähler langsamer. Da sich Zähler nicht rückwärts drehen dürfen, müssen ältere Stromzähler evtl. ausgetauscht werden.
  • Das Stecker-Solar-Gerät muss man beim örtlichen Stromnetzbetreiber anmelden. Hierzu muss man lediglich ein Formular ausfüllen. Zusätzlich muss man die Anlage einmalig online im Marktstammdatenregister melden.
  • Die Anschaffungskosten eines Stecker-Solar-Geräts richten sich nach der Größe. Für rund 300 Euro ist ein Steckersolargerät mit einem Solarmodul von rund 300 Watt erhältlich. So kann Solarstrom für rund 10 Cent pro kWh erzeugt werden.

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Was muss ich bei der Montage beachten?

Ein Stecker-Solargerät - andere Bezeichnungen für Stecker-Solar-Geräte lauten Balkonkraftwerk und Plug-and-Play-Solar - besteht aus ein bis zwei Solarmodulen mit jeweils rund 300 Watt Nennleistung. Sie sind ca. 1 x 1,70 Meter groß und wiegen bis zu 20 kg. Manche Stecker-Solar-Systeme bestehen auch aus mehreren kleineren PV-Modulen.

Die Solar-Geräte werden möglichst unverschattet beispielsweise an der Balkonbrüstung zur Sonne (nach Süden) geneigt montiert. Wird das Modul auch nur teilweise verschattet oder verschmutzt, kann es zu teils deutlichen Ertragseinbußen kommen.

Bei jeglicher Montage müssen Sie darauf achten, dass die Steckermodule mit geeigneten Befestigungen montiert werden, sodass sie auch entsprechenden Windlasten standhalten können. Dazu sollten Sie vor dem Kauf den Händler fragen, ob das zum Kauf beabsichtigte Modul auch an dem geplanten Ort sicher montiert werden kann.

Was muss ich bei der Elektrik beachten?

Das Stecker-Solarmodul erzeugt elektrischen Strom, den ein Modulwechselrichter auf der Rückseite des Moduls in „normalen“ Wechselstrom umwandelt, um diesen im Haushalt zu verbrauchen. Eine Schutzschaltung sorgt dafür, dass bei der Trennung vom Netz die Spannung am Ausgang abgeschaltet wird, und keine Gefahr eines elektrischen Schlags besteht, wenn der Stecker gezogen wird.

Man kann sie aber auch z. B. beim Camping oder im Schrebergarten nutzen. Solche "Inselsysteme" kann man dann mit einer kleinen Batterie verbinden, um abends Fernsehen zu gucken. Sie benötigen je nach Endgeräten einen speziellen Sinus-Wechselrichter.

Betreibt man sein Plug&Play-Modul zuhause, so wird der Solarstrom direkt in einen mit dem Haus oder Wohnung verbundenen Stromkreis abgegeben. Im einfachsten Fall stecken Sie dazu einen Stecker in eine vorhandene Steckdose. Ein fester Hausstromanschluss ist möglich, aber eher unüblich, da viele das Stecker-Solargerät auch flexibel an einem anderen Ort nutzen oder beim Umzug einfach mitnehmen möchten, ohne einen Elektriker zu beauftragen.

Ist der Strom des Stecker-Solargeräts in den Hausstromkreis eingespeist, so kann dieser direkt von in Betrieb befindlichen Geräten wie dem Fernseher, Kühlschrank, Kaffeemaschine oder der Waschmaschine verbraucht werden. Ohne Steckdosenanschluss produzieren die Solargeräte keinen elektrischen Strom.

Achtung: Die maximal erlaubte Nennleistung in Watt beträgt 600 Watt. Diese Begrenzung soll davor schützen, dass das Hausnetz nicht überlastet wird und dadurch ein Brand ausgelöst werden kann. Auf EU-Ebene beginnt gemäß der Verordnung (EU) 2016/631 die „Signifikanz“ ab einer Maximalkapazität von mindestens 800 Watt. In Deutschland ist man also etwas vorsichtiger.

Kann ich das Modul an eine normale Steckdose anschließen?

Stecker-Solarmodule können bis zu einer Leistung von 600 Watt an eine normale Steckdose angeschlossen werden. Die für derlei Einspeisungen geltende Installationsnorm sieht jedoch vor, dass der Stromkreis für die Einspeisung von Solarstrom mit einer Leistung von bis zu 600 Watt geeignet ist.

Neben einem Anschluss an die in Haushalten üblichen Schukosteckerdosen kann man das Steckersolargerät auch an eine spezielle Einspeisesteckdose – den Spezialstecker Typ "Wieland" – einstecken.

Wer auf „Nummer sicher“ gehen will, der sollte über einen Wieland-Stecker einspeisen. Der Wieland Stecker ist aus einem auf Strom bezogenen robusteren Plastik als die normale Schuko-Steckdose. Zudem sind die Pins nicht wie beim Schuko Stecker komplett freiliegend, was die Gefahr eines Lichtbogens zwischen Pin und Buchse und damit die Überhitzung und Brandgefahr minimiert.

In jedem Fall sollte an eine Steckdose bzw. an einen Stromkreis immer nur ein einziges Stecker-Solargerät mit einem Wechselrichter angeschlossen werden. Sie sollten in jedem Fall die Kopplung mehrerer Geräte über eine Mehrfachsteckdose vermeiden!

Experten-Tipp: Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) hat für Stecker-Solargeräte Sicherheitsstandards definiert: www.pvplug.de/standard Beachten Sie unbedingt auch die Anschluss-Hinweise vom jeweiligen Hersteller.

Welchen Stromzähler brauche ich?

Wird vom Stecker-Solargerät Strom in den Hausstromkreis eingespeist und von Verbrauchern genutzt, dann dreht sich der Stromzähler langsamer. Um den Betrieb aller Geräte sicherzustellen, fließt aber immer noch Strom vom Energieversorger aus dem Netz dazu.

Durch das Stecker-Solargerät kann es vorkommen, dass herkömmliche Stromzähler mit Drehscheiben und ohne Rücklaufsperre rückwärtslaufen. Damit der Haushaltsstromzähler nicht rückwärts zählt, werden in der Regel herkömmliche Zähler durch die neuen „modernen Messeinrichtungen“ (mMe oder neudeutsch "Smart Meter") ersetzt, die bis zum Jahr 2032 in allen Haushalten verbaut sein müssen. Wird vom Netzbetreiber der alte Zähler ausgebaut und dafür eine moderne Messeinrichtung ein, darf er dafür keine Kosten in Rechnung stellen, weil diese in der jährlichen Gebühr bereits enthalten sind.

Ob ein Zweirichtungszähler eingebaut werden muss, ist umstritten und wird von lokalen Stromnetzbetreibern unterschiedlich gehandhabt. Mit einem Zweirichtungszähler werden Strommengen erfasst, die in das Netz eingespeist werden.

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Muss ich mein Stecker-Solar-Geräte anmelden?

Über den Betrieb eines Stecker-Solar-Gerätes muss gemäß Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 unabhängig von seiner Leistung der örtliche Stromnetzbetreiber informiert werden. Für Erzeuger bis 600 Watt gilt ein vereinfachtes Formular, das auch nicht extra von einem Elektriker ausgefüllt werden muss.

Auch die Anmeldung selbst wird von vielen Stromnetzbetreibern vereinfacht. Viele bieten die vereinfachten Formulare online an oder versenden diese auf Nachfrage per Post. Man kann auch » die Muster-Anmeldung der DGS nutzen.

Der Anmeldung muss dann noch ein Datenblatt des verwendeten Wechselrichters beigefügt werden, das belegen muss, dass das Gerät die Voraussetzungen zum Netzanschluss erfüllt (Konformitätserklärung).

Neben der Meldung beim Netzbetreiber muss die Stecker-Solaranlage beim Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Auch das können Sie ganz einfach selbst vornehmen. Für kleine Anlagen unter 1 kWh Maximalleistung entfallen zudem die jährlichen Meldepflichten zur Anlage, damit ist nur die einmalige Anmeldung verpflichtend.

Lohnt sich das überhaupt?

Die Anschaffungskosten eines Stecker-Solar-Geräts richten sich nach der Größe. Die Preisspanne reicht von wenigen 100 bis etwa 1000 Euro. Für rund 300 Euro ist ein Steckersolargerät mit einem Solarmodul von rund 300 Watt erhältlich.

Die jährliche Stromerzeugung liegt je nach Leistung bei etwa 170 bis 500 Kilowattstunden. Der Strom von Stecker-Solar-Geräten wird meistens im eigenen Haushalt verbraucht. Dadurch wird der Strombezug aus dem Netz und damit die Stromkosten reduziert.

Beispiel: Ein gut ausgerichtetes Stecker-Modul mit 300 Watt Nennleistung produziert rund 200 kWh jährlich. In dieser Größenordnung kann man davon ausgehen, dass so die gleiche Haushaltsstrom eingespart wird. Bei 0,27 €/kWh spart man pro Jahr 54€. Das Stecker-Solargerät hat sich dann bei Kosten von 300 € in etwas mehr als 5 Jahren amortisiert. Danach ist dann der Solarstrom häufig bis zu einer Nutzungsdauer von 20 Jahren und länger kostenlos.

Wollen Sie besonders viel Solarstrom selbst verbrauchen, empfehlen wir Stecker-Module im kleineren Leistungsbereich von 200 bis 300 Watt. Für den geringen Überschuss an eingespeistem und nicht selbst verbrauchtem Strom können Verbraucher eine Einspeisevergütung erhalten. Aufgrund des unverhältnismäßig hohen bürokratischen Aufwands wird darauf jedoch oft verzichtet.

Immer mehr Bundesländer und Kommunen fördern Stecker-Solargeräte durch Zuschüsse. So fördert Schleswig-Holstein (Stand: 10/2020) solche Steckermodule mit einem Zuschuss von 200€. Dies kann die Amortisation verkürzen!

Tabelle: Überblick über DGS-konforme Stecker-Solarsysteme (Quelle: Produktdatenbank pvplug.de/marktuebersicht* - Stand 10/2020)
Steckdosen Solar-Geräte Leistung Preis Vermiedener Netzbezug Kosten Stromgestehung
Infinitum Energie solar-pac 275 basic Plug & Play 275 Watt 406 € 208 kWh/Jahr 9,8 Cents/kWh
indielux stapl-e black DUO 590 Watt Steckdosen-Solarmodul S2T295E560 590 Watt 732 € 360 kWh/Jahr 10,2 Cents/kWh
indielux stapl-e black 295 Watt Steckdosen-Solarmodul ST295E300 295 Watt 448 € 219 kWh/Jahr 10,2 Cents/kWh
Infinitum Energie solar-pac 275 Fassade Plug & Play 275 Watt 446 € 208 kWh/Jahr 10,7 Cents/kWh
Infinitum Energie solar-pac 275 Flachdach Plug & Play 275 Watt 446 € 208 kWh/Jahr 10,7 Cents/kWh
Infinitum Energie solar-pac 275 Schrägdach Plug & Play 275 Watt 446 € 208 kWh/Jahr 10,7 Cents/kWh
Infinitum Energie solar-pac 550 basic Plug & Play 540 Watt 746 € 339 kWh/Jahr 11,0 Cents/kWh
indielux e-asy black 295 Watt Flachdach oder Rasen Steckdosen-Solargerät ET295E300 295 Watt 498 € 219 kWh/Jahr 11,4 Cents/kWh
indielux e-asy black DUO 590 Watt Flachdach oder Rasen Steckdosen-Solargerät E2T295E560 590 Watt 833 € 360 kWh/Jahr 11,6 Cents/kWh
Infinitum Energie solar-pac 550 Fassade Plug & Play 550 Watt 822 € 343 kWh/Jahr 12,0 Cents/kWh
Infinitum Energie solar-pac 550 Flachdach Plug & Play 550 Watt 822 € 343 kWh/Jahr 12,0 Cents/kWh
indielux stapl-e black 295 Watt Steckdosen-Solarmodul ST295A300 295 Watt 472 € 219 kWh/Jahr 12,3 Cents/kWh
indielux e-asy black 295 Watt Flachdach oder Rasen Steckdosen-Solargerät ET295A300 295 Watt 523 € 219 kWh/Jahr 13,6 Cents/kWh
indielux e-wall black 295 Watt Fassaden Steckdosen-Solargerät WT295E300 295 Watt 545 € 182 kWh/Jahr 14,9 Cents/kWh
indielux e-wall black DUO 590 Watt Fassaden Steckdosen-Solargerät W2T295E560 590 Watt 926 € 303 kWh/Jahr 15,3 Cents/kWh
indielux e-wall black 295 Watt Fassaden Steckdosen-Solargerät WT295A300 295 Watt 569 € 182 kWh/Jahr 17,8 Cents/kWh
SolarInvert SELV-PV Comfort 1140 Watt 1999 € 512 kWh/Jahr 22,3 Cents/kWh

*Die vollständige DGS-Tabelle mit allen Modulsystemen finden sie unter www.pvplug.de/marktuebersicht

Was muss ich bei der Modul-Auswahl berücksichtigen?

Bei der Auswahl sollten Sie nicht nur darauf achten, wo sie das Steckersolargerät aufstellen bzw. montieren und wie sie die Zuleitung zur Steckdose gestalten. Sondern auch auf wichtige technische Details:

  • Achten Sie auf die angegebene Maximalleistung. Diese darf 600 Watt nicht übersteigen, da sonst das Hausnetz überlastet werden könnte.
  • Die Wechselrichter-Leistung sollte etwa der Maximalleistung des Solarpaneels entsprechen. Ist der Wechselrichter kleiner, wird Erzeugungsleistung „verschenkt“, ist er größer arbeitet er zu häufig im ungünstigen Teillastbereich.
  • Auf Wetterbeständigkeit der Steckersolaranlage achten! Die Komponenten sollten die Schutzklasse IP6X aufweisen. Kabel und Wechselrichter sollten mit der Schutzklasse IP64 gegen Spritzwasser geschützt sein. Besonders dem Wetter ausgesetzte Anlagen sollten die höheren Schutzklassen IP65 und IP66 besitzen.
  • Für die Außensteckdose empfiehlt die VDE Vornorm 628-1 einen IP44-Schutz. Wir empfehlen für den Betrieb des Steckersolargerätes den Einsatz einer Außensteckdose mit IP44 sowie einer Schutzklappe aus widerstandsfähigem Plastik.
  • Je länger die Garantie, desto besser: Was generell gilt, gilt bei Steckeranlagen ganz besonders. Denn Sie wollen ja so lange wie möglich Strom erzeugen, zumindest, bis sich die Kosten amortisiert haben. Eine Garantie von mehr als 5 Jahren auf das System ist wünschenswert.

Tipp: Wenn Sie ein kleines Energiemessgerät kaufen und zwischen Steckdose und Modul schalten, dann können Sie nicht nur ihre Erträge überprüfen und die Energieerzeugung dokumentieren und bewerten. So kann man z. B. auch mit Kindern spielerisch die Auswirkung von Verschattung auf eine oder mehrere Solarzellen untersuchen. Halten Sie dazu einfach bei Sonne einen Karton an verschiedenen Stellen vors Modul.

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