Letzte Aktualisierung: 11.01.2026

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Solarzaun: Die kostengünstige Alternative zur Dach-Anlage!

  • Was ist ein Solarzaun? Ein Solarzaun ist eine Kombination aus Grundstücksbegrenzung und Photovoltaikanlage - senkrecht montierte Solarmodule erzeugen hier Strom, während der Zaun gleichzeitig als Sichtschutz, Windschutz oder Lärmschutz dient. Die Module stehen horizontal oder vertikal und sind über Kabel miteinander verbunden, ein Wechselrichter wandelt den erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Haushaltsstrom um.
  • Wie viel kostet ein Solarzaun? Die Preise variieren je nach Qualität, Systemumfang und Montage. Einfache Konstruktionen mit Stabmattenzaun kosten rund 75€ pro Modul, komplette Systeme kosten ab etwa 250 Euro pro Meter. Hochwertige Edelstahlzäune kosten inkl. Modulen ab 600 Euro pro Meter. Hinzu kommen Kosten für Wechselrichter und Kabel.
  • Wie hoch ist der PV-Ertrag? Ein Solarzaun liefert tagsüber - insb. mit bifazialen Modulen - einen gleichmäßigeren PV-Ertrag und profitiert  gerade im Winter von flachen Sonnenständen und reflektierendem Schnee. Der durchschnittliche Jahresertrag fällt dennoch um rund 20 bis 30 % geringer aus als bei 30 bis 35° geneigten Dach-Anlagen.
  • Bekommt ein PV-Zaun eine Einspeisevergütung? Ja, ein PV-Zaun kann grundsätzlich eine Einspeisevergütung erhalten - vorausgesetzt, die Anlage erfüllt die gesetzlichen Voraussetzungen. Entscheidend ist nicht die Bauform (z. B. Zaun oder Dach), sondern dass es sich um eine stationäre Photovoltaikanlage handelt, die ordnungsgemäß beim Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur angemeldet wurde.
  • Braucht ein Solarzaun eine Genehmigung? Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, hängt von der lokalen Baubehörde ab. Solarzäune zählen oft als bauliche Anlage - vor dem Bau sollte daher beim zuständigen Bauamt nachgefragt werden, um rechtliche Unsicherheiten zu vermeiden.
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Die Vorteile im Überblick

Mit einem Solarzaun erfüllen Sie gleich mehrere Bedürfnisse. Ebenso wie ein herkömmlicher Zaun dient der Solarzaun der Einfriedung eines Grundstücks, oder der Abgrenzung von Weideflächen zur Haltung von Tieren. Mit einer entsprechenden Höhe fungiert der Solarzaun als Windabweiser, Lärmschutz und Sichtschutz. Anders als eine Hecke ist ein Solarzaun witterungsbeständig, pflegeleicht und unmittelbar auf gewünschter Höhe.

Während all diese Kriterien erfüllt werden, produziert der Solarzaun gleichzeitig günstigen Strom. Im Vergleich zur herkömmlichen Photovoltaikanlage auf dem Dach spielen Wind- und Schneelasten kaum eine Rolle. Auch die Verschmutzung der Solarmodule tritt durch das starke Gefälle und spezielle Glasbeschichtungen kaum auf.

Durch die vertikale Aufstellung der Solarmodule entsteht weniger Überproduktion während der Mittagsstunden. Die Stromerzeugung ist im Solarzaun wesentlich konstanter, weshalb der Eigenverbrauchsanteil aus einem Solarzaun, im Vergleich zur Dachanlage, tendenziell höher ist. Ein hoher Eigenverbrauchsanteil lohnt sich besonders in Zeiten hoher Strompreise (> 35 ct/kWh).

Ausrichtung Solarzaun: das gilt es zu beachten

Die Ausrichtung des Solarzauns bestimmt, ebenso wie bei den Solaranlagen, das Solarpotential. Verläuft der geplante Solarzaun auf der Ost-West-Achse, zeigt die potentielle Solarfläche gen Süden (Süd-Ausrichtung). Verläuft der geplante Zaun auf der Nord-Süd-Achse, erhalten sowohl Rückseite (Ost-Ausrichtung) als auch Vorderseite (West-Ausrichtung) direkte Sonneneinstrahlung.

Damit die maximale Solarstromerzeugung an einem Solarzaun realisiert werden kann, bietet sich der Einsatz von bifacialen Doppelglas-Solarzellen an. Eine bifaciale Solarzelle erzeugt unter Solareinstrahlung beider Seiten Strom – optimal für Zäune mit Ost-West-Ausrichtung. Konventionelle bifaciale Solarmodule mit reflektierender Rückseitenfolie bieten sich auch für die Süd-Ausrichtung eines Solarzauns an.

Alternativ für die Ost-West-Ausrichtung, kann der Solarzaun aus Teilstücken, bestehend aus zwei Solarmodulen, die mit der Rückseite zueinander stehen, aufgebaut werden. Diese Variante ermöglicht etwas höhere Stromerträge, ist jedoch teurer und dicker im Aufbau.

Den richtigen Solarzaun auswählen

Höhe und Breite des PV-Zauns berechnen

Nachdem Sie die Ausrichtung bzw. den Verlauf des Zauns festgestellt haben, geht es nun um die Höhe und Breite. Solarzäune werden in unterschiedlichen Größen angeboten. Je höher der Zaun, desto größer die produzierende Solarfläche.

Der Zaunabschnitt zwischen den Gestellen (Pfählen) besteht in der Regel aus hochkant (vertikal) nebeneinander oder horizontal übereinander angeordneten Solarmodulen zusammen. Beide Varianten sind am Markt erhältlich und ermöglichen eine individuelle Anpassung der Höhe und Breite des Solarzauns.

Ein Modulzaun erreicht als Zaunelement dann häufig eine Höhe zwischen 1,20 Metern bis 2,40 Meter und eine Breite von 1,10 bis 2,30 Meter je nach Modulgröße und dem eigentlichen Zaunelement.

Tabelle: Typische Solarzaun-Maße (Modulmaß: 1140 × 1780 mm, Abstand nach unten: 50 mm, Modul-Abstand 20 mm)
Beschreibung Höhe Breite
1 Modul hochkant 1,8 m 1,1 m
1 Modul quer 1,2 m 1,8 m
2 Module übereinander, quer 2,4 m 1,8 m
2 Module hochkant nebeneinander 1,8 m 2,3 m

Gestell- und Aufbaumöglichkeiten

Ein Solarzaun kann je nach Bedarf und Bedingungen vor Ort passend aufgestellt werden. Die Pfosten können entweder einbetoniert, via Rammfundamentierung oder per Aufmauermontage verankert werden.

Verschaltung gegen Verschattungsverluste

Anders als bei einer Dachanlage unterliegt ein Solarzaun am Boden häufiger Verschattung. Autos, Menschen, Tiere und hochwachsende Pflanzen stören den Lichteinfall auf die Solarzellen. Um hohe Verluste durch Verschattung und Teilverschattung sowie das Risiko von Überhitzung durch Hot-Spots zu minimieren, ist besonders auf die Verschaltung der Solarzellen und Solarmodule zu achten.

Die Verschaltung von Solarzellen und -modulen am Solarzaun ist zumeist parallel. Die Gründe dafür sind einerseits eine bessere Verschattungstoleranz bei Teilabschattung und andererseits eine höhere Sicherheit in der Handhabung und im laufenden Betrieb. Die Stromstärke addiert sich bei der Parallelschaltung, während die Stromspannung im Kleinspannungsbereich bleibt. Die vorliegende elektrische Spannung liegt unter 120 Volt, weshalb eine eigenständige Installation des Solarzauns möglich ist. Lediglich der Anschluss am Wechselrichter muss ein:e Elektrotechniker:in übernehmen.

Um eine fehlerhafte Installation und technische Defekte zu vermeiden, sollten Sie, wenn keine entsprechende Erfahrung vorliegt, ein lokales Fachunternehmen beauftragen.

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Anbieter von Solarzäunen

Tabelle: Anbieter von Solarzaun- oder PV-Zaunlösungen
Anbieter / Hersteller Produkt / Solarzaun-Lösung Kurzbeschreibung
SolarConsult AG SolarZaun Photovoltaik-Zaun, der Solarstrom erzeugt und als Sichtschutz/Abgrenzung dient; sichere Kleinspannungslösung für Eigenverbrauch
Next2Sun Fence2Sun Solarzaun Vertikal montierter Solarzaun mit bifazialen PV-Modulen zur Stromerzeugung und Grundstückseinfriedung; für Privat, Gewerbe, Landwirte
Solafence SOLAFENCE Solarzäune Design-orientierte Solarzäune mit bifazialen Modulen und korrosionsbeständigen Materialien für ästhetische, nachhaltige Grundstücksbegrenzung
Fence4Solar PV-Zaunsystem Solar-Zaunmodule kombiniert mit robustem Stahl-Zaun für Sicherheit und Energieerzeugung, ideal für gewerbliche / industrielle Anwendungen
Green Solar GmbH Solarzaun Premium Line Solarzaun-Systeme mit bifazialen PV-Modulen zur Energieerzeugung kombiniert mit Sichtschutz-Funktion, konfigurierbar
Premium-Solarglas (Solarzaun) Solarzaun Gartenzaun mit PV PV-integrierte Zaunlösung mit modularer Gestaltung, Sichtschutz und Energieerzeugung, optional mit App-Monitoring Premium
A&Y Zauntechnik Fence PV Zaunlösung mit integrierten Solarmodulen auf klassischem Doppelstabgitter-System
Sunzaun Solar-Fence Solutions Solarzaun-System mit vertikaler PV-Integration zur nachhaltigen Energieproduktion und Grundstückssicherung
Richard Brink Solar Fence Panels Kombinierte Solar-Zaun-Paneele inkl. PV-Module, Posts, Kabel, optionaler Wechselrichter; designorientierte Lösung

Die anbietenden Unternehmen liefern nicht nur die Bauteile für den Solarzaun. Achten Sie bei der Auswahl auf ein umfassendes Leistungspaket, sofern gewünscht. Der Kauf beinhaltet meist:

  • eine individuelle Beratung
  • Auskunft und Hilfestellung bei Förderungen
  • Lieferung aller notwendigen Bauteile
  • Herstellung von Fundamenten bzw. eines Rammfundaments
  • Montage des Solarzauns
  • Anschluss der Elektronik und Inbetriebnahme

Solarzaun-Preise und Ertrag

Was kostet ein Solarzaun-Bausatz?

Die Kosten für einen Solarzaun variieren je nach Ausführungsvariante und sonstigen Leistungen des anbietenden Unternehmens. Der eigenen Konfiguration sind wenig Grenzen gesetzt. Dabei gilt: Nicht das Modul, sondern Befestigung, Statik, Wechselrichter und Montage sind heute die Hauptkostentreiber beim Solarzaun.

Viele Unternehmen bieten Standard- und Premium-Ausführungen im Baukastensystem an. Der Preis eines Solarzauns wird teilweise nach laufenden Metern (lfm.), häufiger nach Elementen, die die Zaunkonstruktion und 1 idR bifaziales Modul umfassen.

Richtpreise für ein einfaches Zaun-Modul ohne Pfosten und ohne Wechselrichter liegen bei rund 250 bis 500 Euro. Höherwertige Zäune aus Edelstahl kosten ab 750 Euro bis 900 Euro pro Zaunelement.

Solarzäune sind zudem von der Mehrwertsteuer befreit!

Tabelle: Preis-Segmente für Solarzaun-Systeme
Preissegment Preis pro laufendem Meter (ca.) Einschätzung zum Umfang & zur Qualität
Einstiegssegment €200 – €500 / m Basissysteme: einfache Solarzaun-Module oder Plug-&-Play-Sets, meist ohne Montage, ggf. ohne Wechselrichter/Speicher, kleinere Leistung, einfache Konstruktion.
Standardsegment €500 – €900 / m Solide Alltagslösungen: modulare Solarzaun-Elemente mit guten PV-Modulen (häufig bifazial), bessere Rahmen/Materialien, teilweise Zubehör inkludiert.
Komfort/Komplettsegment €900 – €1.400 / m Komplettlösungen: PV-Module + Gestell + teilw. Montagezubehör, ggf. Wechselrichter, Netzanschluss/Steckerfertig, besserer Korrosionsschutz & Design/Sichtschutz.
Premiumsegment €1.400 – €2.000+ / m High-End Systeme: höchste Modulqualität, Premium-Gestell, Design-Integration, Komplettmontage, hohe Leistung, plus Garantie-Pakete, optional Speicher/Smart-Features.

Zusätzlich zum Preis des Solarzauns fallen typischerweise Kosten für den Wechselrichter an, der je nach Leistung und Ausführung etwa 300 bis 1.500 Euro kosten kann, sofern er nicht bereits im System enthalten ist.

Hinzu kommen Montage- und Elektroinstallationskosten, insbesondere bei netzgekoppelten Anlagen, die je nach Aufwand, Region und Bodenverhältnissen mehrere hundert bis über tausend Euro betragen können.

Außerdem sind häufig Kosten für Fundamente, Pfosten oder Befestigungssysteme sowie optional für einen Batteriespeicher einzuplanen, wodurch sich die Gesamtkosten weiter erhöhen können.

Tabelle: Berechnung der Gesamt-Kosten eines 10 Meter Solarzauns mit fertigen Zaunelementen
Zaun Wechselrichter Montage Fundament GESAMT (ca.)
2.000 - 5.000 € + 300 - 900 € + 300 - 1.000 € + 100 - 400 € 2.700 - 7.300 €
5.000 - 9.000 € + 400 - 1.000 € + 600 - 1.500 € + 400 - 1.000 € 6.400 - 12.500 €
9.000 - 14.000 € + 500 - 1.200 € + 700 - 2.000 € + 800 - 1.500 € 11.000 - 18.700 €
14.000 - 20.000 € + 800 - 1.500 € + 800 - 2.500 € + 1.000 - 2.000 € 16.600 - 26.000 €

Solarzaun selber bauen: Stabmattenzaun mit Modul-Halterungen

Im Vergleich zu Komplettsystemen lassen sich mit einer DIY-Lösung deutlich Kosten sparen. Eine weit verbreitete Möglichkeit ist es, Module an Stabmattenzäunen selber zu befestigen.

Hierzu werden spezielle Zaun-Modulhalter, U-Bügel oder Edelstahl-Klemmsysteme verwendet, die die Module am Rahmen greifen und an den senkrechten oder waagerechten Stäben verschraubt werden.

Wichtig ist, dass die Befestigung windlasttauglich, korrosionsbeständig (Edelstahl/Alu) und für das Modulgewicht sowie die Zaunhöhe ausgelegt ist.

Tabelle: Kosten für ein 2 kW Stabmatten-Solarzaun
Kostenposition Beschreibung Preise Gesamt-Kosten 2 kW (4 Module)
PV-Modul (500 W) bifaziales Standard- oder Glas-Glas-Modul 65 € / Modul 260 €
Befestigungssystem Zaunhalter, U-Bügel, Edelstahl-Klemmen 20 € / Modul 80 €
Doppelstabmattenzaun aus verzinktem und pulverbeschichtetem Stahl 50 € / Modul 200 €
Fundament / Pfosten Beton, Bodenhülse, Pfostenerweiterung 30 € / Modul 150 €
Wechselrichter Mikro-Wechselrichter 2 kW DC 280 € 280 €
DC-Verkabelung PV-Kabel, MC4-Stecker, Schutzrohre 20 € / Modul 80 €

Ertragsprognosen eines Solarzauns

Grundsätzlich sind im Vergleich zu einer konventionellen Photovoltaikanlage geringere Erträge zu erwarten. Grund dafür ist der starke Neigungswinkel von 90 Grad. In Deutschland liegt der optimale Neigungswinkel zwischen 30 und 35 Grad. Trotzdem kann ein Solarzaun einen signifikanten Anteil des Eigenverbrauchs decken und einen Beitrag zum Klimaschutz liefern.

Eine 8 kWp Anlage in Mainz (Globale horizontale Einstrahlung 1132,30 kWh/m2/a) erzeugt bei einem Neigungswinkel von 35 Grad und einer vollständigen Süd-Ausrichtung 8.466 kWh im Jahr. Mit einem Neigungswinkel von 90 Grad (Solarzaun) erzeugen die 8 kWp Solarleistung 5.977 kWh (-29,40 %), trotz suboptimaler Einstrahlung.

Solarzaun Premium gibt an, dass ein Solarzaun mit bifacialen Solarmodulen mit 25 lfm. über 4.000 kWh im Jahr erzeugt. Es handelt sich um pauschale Angaben, die auf Durchschnittswerten basieren. Die örtlichen Gegebenheiten bestimmen den tatsächlichen Stromertrag.

Experten-Wissen: Vertikale Photovoltaik-Anlagen mit bifacialen, also zweiseitigen Modulen, die in Nord-Südrichtung verlaufen, können in Summe sogar mehr Strom als eine übliche, nach Süden ausgerichtete Freiflächen-Photovoltaikanlage produzieren. Berechnungen der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) zeigen, dass sich im Jahresmittel fast zehn Prozent Mehrerlös für den mit dieser Anlage zu Tagesrandzeiten erzeugten Strom ergeben, da morgens und abends produzierter Sonnenstrom an der Strombörse auf eine höhere Nachfrage trifft.

Rechtliche Aspekte: Einspeisevergütung und Baugenehmigung

Einspeisevergütung

Ob ein Solarzaun eine Einspeisevergütung erhält, ist aus rechtlicher Sicht, individuell abzuwägen. Wie ein Solarzaun hinsichtlich des Paragraf 48 Absatz 1 Satz 1 EEG zu beurteilen ist, hat Anfang 2024 ein aktuelles Votum der Clearingstelle EEG präzisiert: Demnach kann ein Solarzaun - hier ging es um einen typischen Stabgitterzaun, an dem Module befestigt wurden - eine bauliche Anlage im bauordnungsrechtlichen Sinne darstellen und entsprechend berechtigt sein, eine Einspeisevergütung zu erhalten.

Entscheidend dabei ist, dass der Zaun auch unabhängig von einer möglichen Solarnutzung z.B. als Sichtschutz oder zum Schutz vor unberechtigtem Betreten des Grundstücks errichtet worden wäre. Aus rechtlicher Sicht sei diesbezüglich im Einzelfall zu prüfe, ob auch der zeitliche Ablauf, die baulich-konstruktive Ausführung und ökonomische Faktoren für diese Einschätzung sprächen.

Ein Indiz ist die Wirtschaftlichkeit: Ist der Solarzaun nicht ausschließlich nach Süden ausgerichtet, sondern umgrenzt das ganze Grundstück und sind die Module teilweise verschattet und nur vertikal installiert, muss davon ausgegangen werden, dass der Zweck des Bauwerks nicht primär der Stromerzeugung gilt.

Mit dem EEG 2023 eröffnen sich zudem neue Fördermöglichkeiten für Solaranlagen. Haus-Besitzer:innen mit Garten, Garage oder Carport freuen sich.

Eignet sich das eigene Haus nicht für eine Anlage, gibt es jetzt erstmals eine kWh-Vergütung („Einspeisevergütung“) für Solaranlagen, die nicht auf, am oder im Haus installiert werden. Darunter fallen auch Solarzäune. Mit dem § 48 "Solare Strahlungsenergie" EEG 2023 wurde in (1) 1a ein Vergütungsmöglichkeit für genau diese PV-Anlagen geschaffen:

"Für Strom aus Solaranlagen, deren anzulegender Wert gesetzlich bestimmt wird, beträgt dieser vorbehaltlich der nachfolgenden Absätze 7,0 Cent pro Kilowattstunde, wenn die Anlage auf einem Grundstück innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils im Sinn des § 34 des Baugesetzbuchs errichtet worden ist, auf diesem Grundstück zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage ein Wohngebäude besteht, das nach Maßgabe der Verordnung nach § 95 Nummer 3 nicht dazu geeignet ist, dass auf, an oder in ihm eine Solaranlage errichtet werden kann, die Grundfläche der Anlage die Grundfläche dieses Wohngebäudes nicht überschreitet und die Anlage eine installierte Leistung von nicht mehr als 20 Kilowatt hat."

Bedingung dafür ist der Nachweis, dass sich Ihr Hausdach nicht für eine Solar-Installation eignet. Wie genau dieser Passus nun zu deuten ist, soll laut verbraucherzentrale.de noch in einer Verordnung näher festgelegt werden. Trotzdem, so betont die Verbraucherzentrale, sollte immer geprüft werden, ob für eine freistehende Solaranlage im Garten oder auf einem Carport eine Baugenehmigung der Gemeinde notwendig sei!

Wichtig: Der Gesetzgeber muss noch eine Verordnung für die "Garten-PV" erstellen, das hat er selbst ins EEG 2023 hineingeschrieben. Denn bislang fehlen noch Details, wann denn genau das Dach eines Wohnhauses nicht für Solartechnik geeignet ist, denn nur in diesem Fall ist eine Förderung einer Solaranlage, die quasi ersatzweise in den Garten gestellt wird, möglich. Wer eine Garten-PV umsetzen möchte, muss nicht nur genau die Bedingungen des EEG 2023 dazu erfüllen, sondern für diese Module auch eine baurechtliche Genehmigung einholen, was in vielen Fällen ein aufwändiges und gegebenenfalls teures Unterfangen werden könnte.

Für den Bau eines Solarzauns kann ein zinsgünstiger Kredit über die KfW beantragt werden (Kredit Erneuerbare Energien-Standard 270). Ein Blick in die Förderprogramme der Stadt oder der Kommune vor Ort lohnt sich. Häufig werden Solaranlagen mit Batteriespeicher zusätzlich gefördert.

Genehmigung notwendig?

Anders als bei Dach- oder Gebäudeanlagen benötigen Freiflächenanlagen fast immer eine Baugenehmigung. Ob im Einzelfall eine Genehmigung für den eigenen Solarzaun erforderlich ist, erfragen Sie beim zuständigen Bauamt. Als freie PV-Anlage liegt ein Solarzaun häufig an Verkehrswegen oder benachbarten Grundstücken. Ein Solarzaun wird über einen Wechselrichter an das Netz angeschlossen. Deshalb ist auch hier die übliche Anmeldung einer PV-Anlage erforderlich.

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Häufige Fragen (FAQ) zum Solarzaun

Welche Vorteile liefert ein Solarzaun?

Ein Solarzaun erfüllt die Kriterien: Sichtschutz, Lärmschutz, Windabweiser, Einfriedung, Weide- und Tierbegrenzung, Solarstromerzeugung und ist dabei witterungsbeständig, langlebig (meist 30 Jahre Garantie) und pflegeleicht.

Wie viel kostet ein Solarzaun?

Ein laufender Meter kostet rund 600 Euro plus Mehrwertsteuer.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Das Angebot sollte alle notwendigen Bauteile beinhalten (Module, Gestell, Verkabelung) und, wenn gewünscht, die Montage und elektrische Installation umfassen. Qualitätssiegel und Kund:innenerfahrungen geben Aufschluss über das vorliegende Leistungsangebot.

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