Letzte Aktualisierung: 24.10.2020

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Infrarotheizung fürs Bad: Technische Besonderheiten im Überblick

Was ist eine Infrarot-Heizung? Welche Aufgabe erfüllt sie im Bad? Wie finde ich die Infrarot-Heizung, die optimal zu meinem Bad passt (Heizleistung)? Welche Preise hat eine Infrarot-Heizung und welche Kosten verursacht ihr Betrieb im Bad?

Eine Infrarotheizung erwärmt Ihr Bad mit angenehmer Strahlungswärme (Infrarot-C-Strahlen). Es gibt Infrarotheizungen fürs Bad in unterschiedlichen Ausführungen zur Montage an der Decke, an der Wand oder im Fußboden. Die Infrarotheizung können Sie im Bad entweder als zusätzliche Heizung neben der herkömmlichen Badheizung einsetzen oder als Hauptheizung.

Namensgebend für die Infrarotheizung ist ihr hoher Anteil (zwischen 60 und über 80 Prozent sagen die Hersteller) an Strahlungswärme. Dies ist auch der Grund dafür, dass diese Heizungsart insbesondere im Bad so gerne verbaut wird: Infrarotheizungen erwärmen mit ihrer langwelligen IR-C-Strahlung nicht die Raumluft, sondern die angestrahlte Fläche oder den angestrahlten Körper.

Denn Strahlungswärme empfinden wir im Vergleich zu Konvektionswärme als deutlich angenehmer. Insbesondere dann, wenn wir nass aus Dusche und Badewanne steigen: Da bei Wärmestrahlung deutlich weniger Luft verwirbelt wird, gibt es keinen kühlen Luftzug.

Arten und Typen von Infrarot-Badheizungen im Überblick

m Handel finden Sie unzählige Infrarot-Heizungstypen (kurz auch IR-Heizungen genannt), die sich optisch (Größe und Design), technisch und preislich deutlich voneinander unterscheiden. Infrarotheizungen für geschlossene Bäder lassen sich in Modelle zur Montage an

  • der Decke,
  • der Wand und
  • im Fußboden unterscheiden.

Infrarot-Plattenheizelemente

Die meisten Infrarot-Heizungen fürs Bad sind als flache Platten ausgelegt: sogenannte Platten-Infrarot-Heizelemente. Die dem Raum zugewandte Heizplatte kann dabei unterschiedlich beschaffen sein, zum Beispiel aus:

  • Naturstein (z. B. Marmor)
  • Glas
  • Spiegelglas

Infrarotheizungen mit einer Front-Heizplatte aus Glas werden im Bad gerne als elektrische Handtuchheizkörper genutzt. Dazu rüsten die Hersteller ihre Infrarot-Plattenheizelemente mit Handtuchhaltevorrichtungen aus, zum Beispiel mit vorgesetzten Bügeln. Oder Sie liefern die Platten mit Auslassungen, in die die Handtücher kommen.

Infrarotheizungen mit Spiegelglas werden auch Infrarot-Spiegel genannt. Sie kombinieren die Heizfunktion mit der Spiegelfunktion. Das ist im Bad besonders praktisch, weil Sie sich so den Platz für eine Wandmontage sparen. Zudem ist die Wärme genau dort wo sie sie benötigen: Eine Spiegel-Infrarotheizung im Bad erwärmt Ihnen wie Sonnestrahlen direkt das Gesicht und Oberkörper.

Alternativ könnte man eine Infrarotheizung aber auch an die Baddecke montieren, um Platz zu sparen. Deckengeräte dürfen auch deutlich heißer werden als die Bad-Spiegelheizungen, da das Risiko, sie aus Versehen zu berühren, kleiner ist.

Alternative Infrarotheiz-Matten

Daneben gibt es Infrarot-Heizmatten zur unter-Putz/Estrich/Fußbodenbelag-Montage an Wänden, Decken und im Fußbodenbereich. Mit selbstklebenden Heizfolien können Sie vorhandene Oberflächen zu Infrarotheizungen aufrüsten.

Funktionsweise von Infrarotheizungen fürs Bad

Stromanschluss

Entweder wird Ihre Bad-Infrarotheizung per Stecker an die haushaltsübliche Netzsteckdose oder über ein blankes Anschlusskabel an die Stromversorgung angeschlossen. Letzteres ist ein Job für den sach- und fachkundigen Profi! Denn je nach Modell liegt die Anschlussleistung eines Infrarot-Heizgeräts für den Privatbereich zwischen 200 und bis zu 3.000 Watt.

Schutzzonen

Da das Bad zu den Räumen gehört, die stark mit Feuchtigkeit belastet sind - insbesondere in den Nassbereichen Dusche und Badewanne - müssen Infrarotheizung im Bad einen Spritzwasserschutz je nach Einsatzbereich im Bad aufweisen. Nach EN 60529 wird der Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Feuchtigkeit nach einem festen Schlüssel gekennzeichnet.

Dieser Schlüssel besteht aus den Buchstaben IP (Internation al Protection) gefolgt von zwei Ziffern. Die erste Ziffer gibt den Schutzgrad gegen Staub an und die zweite Ziffer den Schutzgrad gegen Wasser. Je höher die Ziffern sind, desto besser ist die Infrarotheizung im Bad gegen Staub und Wasser geschützt.

Tabelle 1: Definition der IP-Schutzklassen von Infrarotheizungen gegen Staub und Wasser
IP-Schutzgrad gegen Staub (Erste IP-Kennziffer) IP-Schutzgrad gegen Wasser (Zweite IP-Kennziffer)
0 = Nicht geschützt 0 = Nicht geschützt
1 = Geschützt gegen feste Fremdkörper 50 mm Ø und größer 1 = Geschützt gegen Tropfwasser
2 = Geschützt gegen feste Fremdkörper 12,5 mm Ø und größer 2 = Geschützt gegen Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist
3 = Geschützt gegen feste Fremdkörper 2,5 mm Ø und größer 3 = Geschützt gegen Sprühwasser
4 = Geschützt gegen feste Fremdkörper 1,0 mm Ø und größer 4 = Geschützt gegen Spritzwasser
5 = Staubgeschützt 5 = Geschützt gegen Strahlwasser
6 = Staubdicht 6 = Geschützt gegen starkes Strahlwasser
7 = Geschützt gegen Wirkung beim zeitweiligen Untertauchen in Wasser
8 = Geschützt gegen Wirkung beim dauernden Untertauchen in Wasser

Schutzbereiche

Um zuordnen zu können, wann welcher Schutzgrad notwendig wird, ist das Badezimmer laut DIN 57100/VDE 100 Teil 701 in drei Schutzbereiche unterteilt:

  • Bereich 0 umfasst das Innere der Bade- oder Duschwanne,
  • Bereich 1 beinhaltet den Bereich oberhalb und unterhalb des Bereichs 0 bis zu einer Höhe von 2,25m bzw. wenn keine Dusche vorhanden ist ein Radius von 1,20m rund um den Brausekopf in der Halterung.
  • Bereich 2 beschreibt einen Abstand von 60cm von der Bade- oder Duschwanne in die Tiefe und 2,25m in die Höhe.

Mindestens sind bei der Elektroinstallation im Bad folgende Schutzarten anzuwenden:

  • im Bereich 0: IPX7 (Schutz bei zeitweiligem Untertauchen)
  • im Bereich 1: IPX5 (Schutz gegen Strahlwasser)
  • im Bereich 2: IPX4 (Schutz gegen Spritzwasser)

Im Bereich der Badewanne oder Dusche müssen IR-Heizungen die IP Schutzart X7 haben. Damit sind sie wasserdicht bei zeitweiligem Untertauchen. Bei Flächen bis auf eine Höhe von 2,25 Meter rund um Duschbrause und Badewanne oder Duschwanne ist die IPX5 die richtige Schutzart. Damit sind sie strahlwassergeschützt. Bis 60cm um die Badewanne oder Dusche und an der Wand bis 2,25 Meter nimmt man den IPX4 Schutz, sodass die Infrarotheizung vor Spritzwasser im Bad geschützt ist.

Experten-Tipp: Als Alternative wurden speziell für die Nassbereiche Niedervolt-Infrarotheizsysteme entwickelt: Statt der üblichen 230 Volt, wie sie die Steckdose liefert, nutzen die Heizmatten und Heizfolien, darunter auch Spiegelheizfolien zum Aufkleben auf herkömmliche Spiegel als Alternative zur Infrarot-Badspiegelheizung, eine Spannung von 24 Volt.

Heiztechnik

Die Infrarot-Heizplattenelemente sind mehrschichtige Konstruktionen mit in der Regel einem Heizleiter in ihrem Kern: Er wandelt den Strom (elektrische Energie) über einen Heizwiderstand in thermische Energie (Wärme) um. Der schichtweise Aufbau unterscheidet sich bei den Infrarot-Heizungen, sowohl in der Konstruktionsweise als auch in der Beschaffenheit (Materialien).

Die Frontfläche von Bad-Infrarotheizungen wird mit bis zu 100 Grad Celsius (Infrarot-Spiegel: 80 bis 120 Grad Celsius) sehr viel heißer als die Oberfläche vergleichbarer Heizkörper, die per Warmwasser mit rund 35 bis 45 °C versorgt werden.

Bei solch hohen Temperaturen erfolgt die Wärmeübertragung von der Infrarotheizung ins Bad hauptsächlich per Wärmestrahlung. Damit unterscheiden sich Infrarotheizungen von herkömmlichen, wasserführenden Heizungsanlagen, die ihre Wärme überwiegend per Konvektion ans Bad abgeben.

Heizleistung

Wie groß bzw. wieviel Heizleistung eine Bad-Infrarotheizung haben muss, hängt i.d.R. von der Raumgröße und der Raum- bzw. Wandbeschaffenheit (Dämmung und Oberflächenmaterial) ab.

Aus der folgenden Tabelle können sie z. B. ablesen, welchen Wärmebedarf ein Bad je nach Größe, Zahl der gedämmten Außenwände und Umfang der Wärmedämmung typischerweise hat:

Tabelle 2: Bestimmung der Leistung der Infrarotheizung nach der Anzahl der Außenwände und Dämmqualität des Badezimmers bei einer Deckenhöhe von 2,5 m
Anzahl Außenwände Sehr gute Dämmqualität Mittlere Dämmqualität Ungedämmte Räume
1 Außenwand 50 Watt pro m2 70 pro m2 90 pro m2
2 Außenwände 60 pro m2 80 pro m2 100 pro m2
3 Außenwände 70 pro m2 90 pro m2 110 pro m2
4 Außenwände 80 pro m2 100 pro m2 120 pro m2

Dabei müssen Sie jedoch beachten, dass Infrarotheizungen wenig Wärme nach hinten und die Seiten abstrahlen, sondern die meiste Wärme direkt nach vorne in den frei bestrahlbaren Raum vor IR-Heizung. Wird dieser Raum zusätzlich durch Wände, Möbel oder die Dusche begrenzt, so endet dort auch die spürbare Wärmestrahlung.

Expertenwissen: Den optimalen Platz zur Anbringung der Infrarotheizung im Bad (außer bei Spiegeln) finden Sie, wenn Sie Abstrahlwinkel und Strahlungsweite der Geräte kennen: Beides steht in den Datenblättern.

In diesen Fällen hilft es nur bedingt, die Heizleistung zu erhöhen. Sofern die Infrarotheizung im Bad die einzige Heizung ist, die das Bad erwärmen soll, so ist u.U. anzuraten, bei verwinkelten Badräumen eine weitere Infrarotheizung anzuschaffen, die die anderen Badbereiche mit Wärme ausstrahlen kann.

Alternativ kann eine Infrarotheizung im Bad auch mit einem elektrischen Bad-Konvektor kombiniert werden. So genießt man die direkte Wärmestrahlung und hat zudem einen Badraum mit warmer Luft. Dies kann auch bei hoher Luftfeuchtigkeit vorteilhaft sein, um Schimmel zu vermeiden.

Bedienung

Die Bedienung von Infrarotheizungen insbesondere bei Anwendungen im Badezimmer erfolgt meist über Thermostaten, auch über Funkthermostaten. Modernere Varianten gibt es heute bereits auch zum Programmieren. Dies kann z. B. mit einer Start-Stopp-Eingabe viel Strom sparen, da man so nicht vergessen kann, die Infrarotheizung im Bad wieder auszuschalten.

Je nach der in der Infrarotheizung zum Einsatz kommenden Heiztechnik heizt sich das Gerät schneller oder langsamer auf. Bis zur vollen Heizleistung von 90 Grad Celsius braucht eine Spiegelheizung gerade mal fünf Minuten.

Je kürzer die Aufheizzeit der Infrarotheizung im Bad ist, desto schneller wird der Raum warm und desto geringer fallen Energieverbrauch (Stromverbrauch) und daraus resultierende Heizkosten (Stromkosten) aus. Ein Blick auf die vom Hersteller genannte Aufheizzeit lohnt sich beim Kauf einer Infrarotheizung fürs Bad also allemal.

Doch die schnellste Aufheizzeit nützt nix, wenn man vergisst, die Infrarotheizung wieder auszuschalten. Gerade im Bad kann man daher auf die o.g. programmierbaren Steuerungen zurückgreifen. Oder man wendet einen kleinen Trick an. Schließt man die Infrarotheizung im Bad an den Lichtschalter an, so schaltet sich die Heizung immer an, wenn man das Bad betritt und wieder aus, wenn man wieder aus dem Bad geht. Und im Sommer kann man ganz einfach den Hauptschalter der Infrarotheizung ausmachen, wenn man im Badezimmer keine Wärme haben möchte.

Achtung: Den sicheren Betrieb der Infrarotheizung im Bad garantieren Sicherheitssensoren: Sie bewahren das Gerät beispielsweise vor Überhitzung. Achten Sie beim Kauf einer Infrarotheizung fürs Bad auf bewährte technische Zertifizierungen – zu erkennen an den von den Herstellern angegebenen TÜV-, ISO- und CE-Zeichen.

Preise und Kosten von Infrarotheizungen für Badezimmer

Vielfalt und Vielzahl von Infrarotheizungen sind so groß, dass es uns an dieser Stelle unmöglich ist, Ihnen konkrete Preise anzugeben. Infrarotspiegel gibt’s zu Preisen zwischen 200 und 1.000 Euro zu kaufen, Spiegelheizfolien kosten je nach Größe und Spannung ab 40 Euro für 30 mal 50 Zentimeter.

Sie müssen bedenken: Zu den Kaufpreisen kommen die entsprechenden Betriebskosten einer Infrarotheizung hinzu, sprich: die Stromkosten!. Eine Infrarotheizung mit einer Nennheizleistung von 600 Watt verbraucht Strom im Wert von 0,17 Euro pro Heizstunde, wenn die kWh 0,29 Euro kostet.

In unseren folgenden Ratgebern haben wir Ihnen viele Informationen zu den aktuellen Preisen, Kosten und Stromverbrauch von Infrarotheizungen für das Bad zusammengefasst:

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