Letzte Aktualisierung: 20.10.2020

Mauerwerk

  • Die Bauweise „Stein-auf-Stein“ steht hierzulande hoch im Kurs. So sind laut aktueller Zahlen des Statistischen Bundesamts bereits 2018 etwa 75 Prozent der Wohngebäude in Deutschland aus Mauerwerk erbaut. Gründe sind vor Allem die Flexibilität des Baukörpers und dessen bauphysikalischer Nutzen.
  • Neben statischen tragenden Funktionen in Form von Wänden und Decken leistet Mauerwerk auch einen Beitrag zur Wärmedämmung und zum Schallschutz. Zudem punktet Mauerwerk beim Innenraumklima. So kann Mauerwerk Raumfeuchtigkeit sehr gut aufnehmen und abgeben.
  • Dabei gibt es eine große Vielfalt an unterschiedlichem Mauerwerk am Markt – vom klassischen Mauerwerksziegel über Varianten aus Kalksandstein bis zu Leicht- oder Porenbeton.

Mauerwerk als Hitzepuffer im Sommer

Ein Stein, der von der Sonne beschienen wurde, fühlt sich immer noch angenehm warm an, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Denn, je schwerer, je kompakter ein Material ist, desto mehr Wärmeenergie nimmt es auf, speichert sie und gibt diese als Strahlung wieder an eine kühlere Umgebung ab.

Gebäude aus Mauerwerk erreichen durch diese Wärmepufferung eine zusätzliche Heizersparnis gegenüber Leichtbauten von bis zu 10 Prozent, weil sie die heizfreie Periode verlängert. Derselbe Wärmepuffereffekt des Mauerwerks vermeidet im Sommer die Überhitzung des Hauses.

Die Wärmespeicherfähigkeit der Wandbaustoffe gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Mehr als die Hälfte aller Befragten ließ sich zum Thema sommerlicher Hitzeschutz beraten, darunter vor allem diejenigen, die auf ein Haus aus Mauerwerk setzten.

Natürlich lässt sich mit Anlagentechnik ganzjährig jede gewünschte Temperatur erzeugen. Wer sich darauf verlässt, muss aber bedenken, dass die Technik meist sehr aufwendig ist, ständiger Wartung bedarf und laut einschlägiger Gutachten kaum länger als 25 Jahre hält. Der Ersatz veralteter Technik kann sehr teuer werden, ganz zu schweigen vom Mehraufwand an Energie für Heizen und Kühlen. Beim Neubau lohnt es sich daher auf ein Mauerwerk mit hoher Temperaturspeicherfähigkeit zu setzen.

Wozu dienen Schlitze in der Fuge? Häufig sieht man in Klinkerfassaden vertikale Schlitze, die in der Fuge zwischen zwei Steinen eingelassen wurden. Doch wozu dienen diese Schlitze? Ganz einfach: Es sind Entwässerungs- und Lüftungsöffnungen bei zweischaligem Mauerwerk. Denn man kann nicht gänzlich davon ausgehen, dass Verblendschalen wasserundurchlässig sind. Bei fachgerechter Ausführung der Stoß- und Lagerfugen ist die Wahrscheinlichkeit jedoch gering, dass auf der Rückseite der Verblendschale ablaufendes Regenwasser die Auflagerfläche der Verblendschale erreicht. Daher sind derlei Schlitze in der Außenwand nicht mehr Pflicht.

Tipps zur Befestigung in Mauerwerk

Verankerungen im Mauerwerk stellen Planer und Handwerker immer wieder vor Probleme. Speziell bei der Planung von Dübelgruppen sind die Maße der Achsabstände stark abhängig vom jeweiligen Steinformat. Tendenziell müssen Planer größere Ankerplatten einkalkulieren als etwa in Beton. Zugleich benötigen sie viele Informationen zu den Mauersteinen. Dazu zählen dessen Art, Format, Lochbild, Füllung, Festigkeit, Rohdichte oder Nutzungsbedingungen, Temperatur und Feuchtigkeit.

In der Europäischen Technischen Bewertung (ETA) sind sehr viele Steinarten hinsichtlich der charakteristischen Tragfähigkeit von Dübeln in Abhängigkeit vom Gewindedurchmesser, Verankerungstiefen sowie Achs- oder Randabständen geregelt. Auf dieser Basis bieten Hersteller eine große Vielfalt an Mauerwerksbefestigungen an.

Oftmals fehlen, gerade bei älteren Bauwerken, Informationen über die Verankerungsgründe. Erste Anhaltspunkte geben Probebohrungen und eventuell verfügbare Planunterlagen bei dem Bauherrn oder den Baubehörden. Weitere Informationen können Zugversuche an den Dübeln auf der Baustelle vor Ort unter Beachtung der gängigen Regelwerke liefern. So lassen sich die Belastungswerte ermitteln der jeweiligen Steinart gemäß ETA ermitteln.

Herausforderungen ergeben sich auch daraus, dass der Trend bei Mauersteinen hin zu einer immer stärkeren Wärmedämmung geht, um die steigenden Ansprüche der Gesellschaft und des Gesetzgebers an eine energieoptimierte Bauweise zu erfüllen. Im Kontext von Befestigungen müssen Steine mit einem hohen Dämmwert bei zugleich ausreichender Festigkeit produziert werden. Das ist nicht einfach. Denn je filigraner die Steinstruktur ist und je geringer die Steinfestigkeit, umso weniger Lasten können in das Mauerwerk eingeleitet werden.

Spezialisierte Hersteller wie fischer bieten z. B. passgenaue Systemlösungen bei den geregelten Steinarten an. Mit seiner Vielzahl an System-Zulassungen ermöglicht der fischer Injektionsmörtel FIS V eine hohe Lastaufnahme in sämtlichen Baustoffen, wie Beton, aber auch Voll- und Lochsteinmauerwerk. Andere Hersteller bieten auch Injektionsmörtel mit zugehörigen Siebhülsen und Gewindestangen an, doch dank der präzisen Ausrichtung der fischer-Lösungen an den ETA-Leistungsdaten sind die fischer Produkte enorm effektiv. So benötigen etwa die Siebhülsen nachweislich weniger Mörtel als Wettbewerbslösungen. Auch kann fischer bei vielen Steinarten spezielle Durchstecksiebhülsen oder Putzüberbrückungen anbieten.

Bei der Ausführung gilt es, jedes Bohrloch, außer bei Lochsteinen, zu reinigen. Denn das kann große Auswirkungen auf die Tragfähigkeit von Befestigungen haben. Generell sollte das Befestigungssystem immer so Anwendung finden, wie es in den Hersteller-Anleitungen gemäß ETA empfohlen wird.

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