Letzte Aktualisierung: 25.11.2020

Ratgeber Türbänder: Technik und Typen im Vergleich

Was ist ein Türband? Welche Arten von Türbändern gibt es und wie unterscheiden sie sich in Form und Funktionsweise? Welches Band ist für welche Tür geeignet?
Anzeige

Damit sich ein Türblatt störungsfrei im Türrahmen bewegt und einwandfrei schließt, muss es entsprechend eingehängt sein. Das geschieht über sogenannte Türbänder. Die werden auch als Türangeln bezeichnet und gehören zu den sogenannten Türbeschlägen. Wir erklären Ihnen in diesem Beitrag, was charakteristisch für ein Türband ist und welche bautechnischen Varianten man unterscheidet. Sie erfahren dabei auch, warum ein Türband nicht mit einem Türscharnier zu verwechseln ist und was man beim Beschlagen der Tür mit Türbändern beachten sollte.

Neue Türen gesucht? Fordern Sie hier 5 kostenlose Experten-Angebote an!

Jetzt Ihre Fachbetriebe finden!
Anzeige

Typische Aufgabe und Aufbau eines Türbandes

Als mechanisches Verbindungsstück zwischen dem schwenkbaren Türblatt (bei den hierzulande meistverbauten Dreh-Schwenk-Türen) und dem fest im Mauerwerk montierten Türrahmen, der auch Türzarge oder kurz: Zarge genannt wird, gewährleistet das Türband die Dreh-Schwenk-Bewegung, die zum Öffnen und Schließen der Tür auszuführen ist. Veraltete Begriffe für ein Türband sind Haspe oder Haspel.

Um diese Funktion zu gewährleisten, besteht ein typisches Türband dazu aus einem Bandoberteil, das am Türblatt befestigt wird, sowie einem Blattunterteil, dass man am Türrahmen montiert. Bandoberteil und Blattunterteil werden mit Hilfe eines Drehbolzens verbunden, dank dem sich die Tür drehen lässt.

Türbänder werden stets auf der Seite der Tür angebracht, die gegenüber von der Seite mit Schloss und Schließblech liegt. Die meisten Türen werden mit zwei Türbändern befestigt. Allerdings kann die Zahl der zum einwandfreien Öffnen und Schließen der Tür benötigten Türbänder von der Norm abweichen, denn sie hängt sowohl vom Gewicht als auch von der Breite der Tür und des sich daraus ergebenden Torsionsmoments in der Senkrechten ab.

Üblicherweise kommen aktuell meist sogenannte Einbohrbänder zum Einsatz. Sie bestehen typischerweise aus zwei oder mehr Teilen. Die zugehörigen Bolzen schraubt man ans Türblatt und an den Türrahmen.

Türband vs. Scharnier – ein funktionaler Vergleich

Wie Türbänder sind auch Türscharniere, kurz: Scharniere genannt, Beschläge für Türen, die für einen Schließmechanismus stehen. Allerdings unterscheiden sich Scharniere von Türbändern insofern, als dass man sie zumindest von einem der beiden Befestigungspunkte Türblatt und Zarge demontieren muss, wenn man die Tür aushängen will. Bei einer mit Bändern befestigten Tür hebt man diese lediglich aus der Angel. Charakteristisch für Türbänder ist zudem, dass sie ein Justieren der eingehängten Tür in allen drei Dimensionen 

  • Seite,
  • Höhe und
  • Andruck

erlauben, wenn auch nur in einem gewissen Maß. Damit ist ein Anpassen der Tür an den Türrahmen möglich. Trotz der vorgenannten Unterschiede werden die beiden Begriffe Türband und Scharnier häufig synonym benutzt.

Türenpreise hier vergleichen und 5 kostenlose Experten-Angebote anfordern

Jetzt Ihre Fachbetriebe finden!
Anzeige

Klassifizierung von Türbändern nach sichtbarer und unsichtbarer Einbauweise

Türbänder lassen sich nach der Art und Weise unterscheiden wie sie eingebaut werden – und daraus resultierend, ob sie sichtbar oder unsichtbar (verdeckt) sind.

Aufschraub-Türband

Türbänder zum Aufschrauben werden nach der Art und Weise ihrer Anbringung auch Aufschraub-Türbänder genannt. Sie sind der günstigste Türband-Typ. Ein Aufschraub-Türband wird optisch sichtbar auf den Türrahmen und das Türblatt geschraubt, es besteht aus Edelstahl und ist in verschiedenen Farben passend zu den gängigen Türtypen erhältlich. Da sie häufig bei Sanierungen eingesetzt werden, werden sie auch Renovierbänder genannt.

Neben dem günstigen Preis punkten Aufschraub-Türbänder auch mit ihrer einfach auszuführenden Montage, die ein einfaches Ein- und Aushängen der Tür ermöglicht. Die Offensichtlichkeit von Aufschraub-Türbändern, die aus ihrer Montageweise resultiert, wird ihnen oft als Nachteil angekreidet, da sie zumindest optisch für Unruhe sorgt. Nachteilig ist auch, dass aufgeschraubte Türbänder keinen großen Schutz vor Einbruch bieten.

Rollentürband

Ein sogenanntes Rollentürband besticht mit seiner optischen Unauffälligkeit. Es ist ein schlankes und dennoch stabiles Verbindungstück und erfüllt auch hohe Ansprüche an das Design. Vor allem aber seine hohe Stabilität wird dem Rollentürband als Vorteil angerechnet.

Zudem ist es vergleichsweise einfach zu montieren und kann auf Wunsch mit Sicherungsbolzen ausgeführt werden, die ein Aufhebeln der Tür zumindest behindern oder gar ganz verhindern. Somit bietet das Rollentürband einen besseren Schutz vor Einbruch als das Aufschraub-Türband. Aber dafür sind Rollentürbänder etwas teurer als Aufschraub-Türbänder.

Verdecktes Türband

Soll ein Türband komplett unsichtbar bleiben, sind Türen mit verdeckten Türbändern die richtige Wahl. Die verbaut man so im Türrahmen beziehungsweise Türblatt, dass sie bei geschlossener Tür nicht zu sehen sind. Doch nicht nur mit ihrer Unsichtbarkeit punkten verdeckte Türbänder. Sie bringen auch eine außerordentliche Dauerfunktionsfähigkeit und einen hohen Korrosionsschutz mit, beides Eigenschaften, mit denen sie sich von sichtbaren Türbändern unterscheiden.

Der Grund dafür ist klar: Die verdeckten Türbänder sind dank ihres Einbaus geschützt vor äußeren Einflüssen und damit widerstandsfähiger und länger haltbar. Dies macht sich insbesondere bei Außentüren bemerkbar. In flächen- oder wandbündigen Türen verbaut sorgen verdeckte Türbänder für eine gleichmäßige und ruhige Optik. Den genannten Vorteilen der verdeckten Türbänder stehen als Nachteile ihr vergleichsweise hoher Preis und die doch recht aufwändige Montage gegenüber.

Klassifizierung von Türbändern nach ihrer Konstruktionsweise

Eine weitere Möglichkeit der Unterscheidung von Türbändern ist die nach ihrer Konstruktionsweise. Hier kommen die gängigsten Türband-Typen:

Fitschenband

Das Fitschenband, auch Fischband oder Einstemmband genannt, wird von der Seite her so in den Türrahmen einer überfälzten Anschlagt-Tür gestemmt, dass nur die Drehrolle (auch Drehachse genannt) vorsteht. Das Einstemmen erfolgt entweder per Fräsmaschine oder händisch mit Hilfe eines sogenannten Fitscheneisens, indem man Schlitze in das Holz des Türblatts und den Türrahmen einarbeitet. In die Schlitze steckt man anschließend die Bandlappen.

Dann treibt man durch den Rahmen und durch vorgebohrte Löcher im Türband die sogenannten Fitschenbandstifte. Das sind kurze Metallstifte, die das Türband fixieren. Alternativ zu den klassischen Stiften verwendet man auch Schrauben. Die Bandlappen sind der Teil des Türbandes, der im Holz verschwindet. Der noch sichtbare Türbandteil heißt Rolle. Daher auch der Türbandtyp Rollentürband (siehe oben). Die Rolle hat man am äußeren Ende häufig verziert, zum Beispiel mit Zierknöpfen, gerne in Form einer Eichel oder Kugel.

Klobenband

Das Klobenband ist ein Aufschraub-Türband, das man außen auf die Tür schraubt. Es wird nahezu ausschließlich beim Bau rustikaler Möbel benutzt, wenngleich es in vielen älteren Häusern immer noch Klobenbänder auch als Türbänder gibt.

Den charakteristischen Namen erhält dieses Band durch den L-förmigen Kloben, der am Möbel, der Tür aber auch der Gebäudewand oder an Pfosten fest verankert wird. Über den senkrechten Kloben wird das bewegliche Element (Fensterladen, Tor, Tür) von oben eingehängt. Klobenbänder werden i.d.R. mindestens paarweise verwendet, sodass ein Element durch zwei Kloben gehalten wird.

Einbohrband

Das oben bereits erwähnte Einbohrband ist wohl das heute am häufigsten verbaute Türband. Das Einbohrband besitzt im Gegensatz zu den bis in die 1960er Jahre üblichen Bändern mit Einstemm-, Einfräs- oder Aufschraublappen runde Zapfen zum Einbohren, die sich besser verarbeiten und justieren lassen und oft eine dreidimensionale Verstellmöglichkeit (Höhenverstellung) bieten. Neben den zweiteiligen Einbohrbändern, die vielfach für Innentüren genutzt werden, gibt es auch dreiteilige Einbohrbänder und z. B. steigende Varianten, die die Tür beim Öffnen anheben. 

Pfannenband

Das Pfannenband ist eine Sonderform des Klobenbandes. Im Unterschied dazu lagert es in einer Art „Drehpfanne“. Es wird nur noch selten und wenn dann vornehmlich in schweren Toren verbaut.

Paumelle

Die Paumelle ist ein Scharnier, das häufig bei stumpf einschlagenden, also flächenbündig im Türrahmen angeschlagenen Türen zum Einsatz kommt. Paumellen sind für Türen mit hoher Beanspruchung auch mit Kugellagern machbar.

Pendeltürband

Ein Pendeltürband besteht aus zwei federbelasteten Bändern, die das Durchschwingen einer Pendeltür in beide Durchgangsrichtungen ermöglichen. Daher werden diese Bänder auch Spiralfeder-Türbänder genannt. Bekannt aus vielen Western (sogenannter "Westernbeschlag") werden sie heute häufig auch im Privathaushalt eingesetzt.

Zapfenband

Zapfenbänder sind insbesondere bei Metalltüren zu finden. Bei Holztüren gibt es sie oft in Verbindung mit Bodentürschließern.

Tresorband

Das Tresorband wird komplett in Rahmen und Türblatt verdeckt eingebaut. Es ist ein Drehgelenk, das die Öffnung der Tür erlaubt, wobei man im geschlossenen Zustand der Tür weder Lenker noch Bandteile zwischen Blatt und Zarge sieht.

Hier finden Sie Türen-Experten in Ihrer Nähe!

Jetzt Ihre Fachbetriebe finden!
Anzeige

Kostenlose Angebote anfordern:

Das könnte Sie auch interressieren:

  • Heizung planen

    Mit unserem Heizungsplaner ermitteln Sie einfach online ein Heizungskonzept, das Ihre Heizwärmeanforderungen am Besten erfüllt. Dabei richtet sich die…

    Heizung planen
  • Solarrechner

    Mit unserem Online-Solarrechner können Sie sofort prüfen, ob sich Ihr Dach für eine Photovoltaik-Anlage technisch eignet und finanziell lohnt. Mit nur wenigen…

    Solarrechner
  • Dämmung berechnen

    Mit unserer Online-App "Dämmkostenrechner" ermitteln Sie in wenigen Schritten einfach & unkompliziert, welche Dämmung in welcher Dicke wie viel kostet, was sie…

    Dämmung berechnen