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Fenstermontage: Normen, Abdichtung & Befestigung

Wie baut man Fenster ein? Welche Arbeitsschritte sind zum Einbau von Fenstern nötig? Wie wird die Abdichtung ausgeführt? Was ist bei der Fenstermontage zu beachten?

Moderne Fenster sind komplexe Konstruktionen aus unterschiedlichsten Materialien. Sie erfüllen verschiedene Aufgaben, die weit über die klassischen Funktionen Lichteinfall und Lüftung hinausgehen. Darunter: UV-Strahlungsschutz, Lärmschutz, Wärmeschutz, Einbruchschutz und Sichtschutz. Nicht zuletzt sind Fenster Bauteile, die die Optik des Hauses maßgeblich mitbestimmen – sie sind demnach auch gestalterisches Mittel, sprich: Stilmittel. Doch all diesen Aufgaben wird ein Fenster nur dann auf Dauer gerecht, wenn es fachgerecht eingebaut wurde. Wir erklären in diesem Artikel die Grundlagen der Fenstermontage. Sie lernen die wichtigsten Arbeitsschritte kennen und erfahren, was Sie beim Einbau von Fenstern beachten müssen.

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Allgemeine Normen und Anforderungen an die Fenstermontage

Die Montage von Fenstern ist bautechnisch geregelt. Unter anderem in der Norm DIN 18355 (VOB Teil C, Tischlerarbeiten). Sie schreibt beispielsweise eine dauerhaft schlagregendichte Montage vor. Auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) enthält Normen, die die Fenstermontage regeln, insbesondere unter energetischen Aspekten.

So muss der Anschluss laut EnEV dauerhaft luftundurchlässig gestaltet sein – die raumseitig umlaufende Abdichtung der Fuge zwischen Blendrahmen und Baukörper (Maueröffnung) regelt beispielsweise die DIN 4108-7.

Mauerwerksflächen von Öffnungen (Leibungen) müssen gemäß DIN 4108-7 mit einem Glattstrich / Putz vor der Fenstermontage versehen werden. Wird die Abdichtung zwischen Putzabschlussleiste und Fensterrahmen ausgeführt (Fugenbreite 8 - 10 mm) kann auf den Glattstrich verzichtet werden.

Vorschriftsgemäß muss der Zwischenraum, der sich zwischen den Dichtungsebenen ergibt, zudem komplett mit einem wärmedämmenden Werkstoff (Dämmstoff) aufgefüllt werden.

Die DIN 4108-2 regelt den Mindestwärmeschutz im Bereich von Wärmebrücken, woraus sich auch Anforderungen an den dichten Anschluss von Fenstern ergeben. Weitere wichtige Anforderungen an die Fenstermontage betreffen die hinreichende Befestigung der Fenster, die optimale Lastabtragung und die passgenaue Positionierung (lot- und waagerecht) der Fenster.

Bei einer Montage nach Meterriss muss der Auftraggeber dafür sorgen, dass der Meterriss in jedem Geschoss vorhanden ist (max. Abstand von der Einbaustelle: 5 m). Eine günstige Einbaulage (Leibungstiefe) zur Vermeidung von Tauwasser- und Schimmelbildung auf der Raumseite und zur Reduzierung der Wärmeverluste ist bei einschaligem Wandaufbau (z.B. Ziegel) der mittlere Wandbereich.

Bei der Montage von Fenstern sollte auf das Gütezeichen „Montage“ geachtet werden. Es belegt die Qualifikation des Unternehmens für eine sach- und fachgerechte Montage. (Foto: Verband Fenster + Fassade / hilzinger)
Bei der Montage von Fenstern sollte auf das Gütezeichen „Montage“ geachtet werden. Es belegt die Qualifikation des Unternehmens für eine sach- und fachgerechte Montage. (Foto: Verband Fenster + Fassade / hilzinger)

Fachgerechte Ausführung der Fensterabdichtung

Anforderungen

Der Abdichtung des Fensteranschlusses kommt bei der Fenstermontage eine zentrale Bedeutung zu. Sowohl aus energetischer als auch aus bautechnischer Sicht. Bautechnisch hat sich in letzter Zeit viel getan, wobei Expertengutachten belegen, dass Undichtheiten häufig darauf beruhen, dass die ausführenden Handwerker nicht alle heutigen bautechnischen Möglichkeiten nutzen, um die Anschlüsse dicht zu gestalten.

Lässt sich konstruktiv kein schlagregendichter Anschluss ausbilden, muss der Fensteranschluss von außen abgedichtet werden. Nutzt man zwei Abdichtungen (raumseitig / innen und außen / -seitig), müssen beide aufeinander abgestimmt sein und folgendem bauphysikalischen Grundsatz, der die Wasserdampfdiffusion betrifft, gerecht werden: „innen dichter als außen“.

Abdichtungssysteme

Am besten nutzt man bei der Montage eines Fensters deshalb sogenannte Abdichtungssysteme, die entsprechend der Beschaffenheit der Außenwand /Fassade (Bautoleranzen wie Unebenheiten) und den geltenden Mindestfugenbreiten gewählt werden.

Das Abdichtungssystem zwischen Baukörper (Mauerwerk) und Blendrahmen des Fensters muss bewegungsfähig sein. Die Abdichtung lässt sich demnach realisieren mit: 

  • (spritzbarem) Dichtstoff inklusive geeignetem Material zum Hinterfüllen
  • imprägniertem Schaumkunststoffband
  • Bauabdichtungsfolie und Dichtband aus Butyl

Zu beachten sind bei Verwendung der Abdichtungssysteme unbedingt die Hinweise und Vorgaben ihrer Hersteller und Anbieter. Der Hersteller muss insbesondere bestätigen, dass sich sein Abdichtungsmaterial für en speziellen Verwendungszweck eignet.

Tabelle 1: Abdichtungsmaterial und Montagehinweise für die Ausführung von Fensteranschlüssen
Montagearten Rohstoff-Basis Montage-Kriterien
Spritzbare Dichtstoffe Silikon, Polysulfid, Polyurethan, Acryldispersion Haftung und Verträglichkeit, zulässige Gesamtverformung, Arbeitsabfolge, Querschnittsgestaltung, Belastungen der Haftflächen
imprägnierte Dichtungsbänder aus Schaumkunststoff Polyurethan-Schaumstoff mit Imprägnat Kompressionsgrad, Pressflächen, Stöße und Eckausbildungen, Verträglichkeit, Querschnitt
Dichtungsbahnen selbstklebende, modifizierte Bituemnfolie, Polyisobutylen, EPDM, PVC (weich) mechanische Sicherung, ausreichende Haftung, überlappende Verklebung, Vorbehandlung der Haftflächen, Verträglichkeit des Klebstoffs
Dichtungsbänder Butyl, Polyisobutylen ausreichende Haftung, überlappende Verklebung, Vorbehandlung der Haftflächen, Anpressdruck bei der Verklebung, Bewegungsschlaufe
Elastomer-Fugenbänder Polysulfid, Silikon, Polyurethan abgestimmter Klebstoff, Verträglichkeit, Vorbehandlung der Haftflächen, Eckausbildung und Stöße, Abdeckung

Die Art des Fensteranschlags, die Länge des Fensterelements sowie die materialspezifische Beschaffenheit des Fensterprofils und dessen Oberfläche (hell oder dunkel) ergeben die Fugenbreite zwischen Fenster und Baukörper.

Montageschaum

Am häufigsten werden bei der Fenstermontage PU-Schäume verwendet. Für den Fenstereinbau werden flexible Bauschäume empfohlen, da die Fensterrahmen ihre Größe und ihre Position verändern, wenn sie dem Wind oder hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind.

  • Bei Südfenstern können das immerhin bis zu 100 Grad Celsius sein. Das Material erhitzt im Sommer und kühlt im Winter ab, entsprechend dehnt sich der Rahmen aus oder zieht sich zusammen.
  • Bei Aluminiumfenstern kann sich das Rahmenmaterial unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen bis zu einem Millimeter pro laufenden Meter bewegen.
  • Bei PVC-Fenstern sind es sogar zwei Millimeter.

Zudem verbindet der Fenstermontage-Schaum immer zwei verschiedene Materialien, die ein unterschiedliches Ausdehnungsverhalten haben. Deswegen ist immer mit einer gewissen Fugenbewegung zu rechnen. All dies muss der PU-Fensterschaum aufnehmen können, ohne zu reißen.

Zu erkennen sind flexible PU-Schäume meist bereits am Produktnamen und an der Angabe der Flexibilität des PU-Schaumes in Prozent Bruchdehnung bzw. Kompressionskraft im Produktdatenblatt bzw. auf der Dose. Herkömmlicher Schaum liegt hier bei circa 10 Prozent, die elastischen PU-Fensterschäume bewegen sich zwischen 25 und 45 Prozent.

Einer der Hauptbestandteile bei der Fenstermontage sind PU-Schäume. (Foto: PU-Schaum-Infocenter / Antje Ebner PR-Beratung)
Einer der Hauptbestandteile bei der Fenstermontage sind PU-Schäume. (Foto: PU-Schaum-Infocenter / Antje Ebner PR-Beratung)

Fugenbreite

Für die Dimensionierung der Dichtstofftiefe gilt: Sie sollte mindestens sechs Millimeter betragen. Zum Hinterfüllen im Dichtstoffbereich eignet sich geschlossenzellige Schaumstoffschnur. Bei ihrer Verwendung sollte man darauf achten, dass der Dichtstoff selbst hinreichend Haftfläche hat und der Untergrund ihm Haftfestigkeit bietet.

Sind vom Hersteller keine Mindestbreiten für die Fugen vorgegeben, gelten folgende Werte, die für Dichtmaterialien mit einer zulässigen Gesamtverformung von 25 Prozent außen- und 15 Prozent raumseitig berechnet wurden. Bei anderen Dichtstoffeigenschaften ergeben sich entsprechend andere Mindestfugenbreiten:

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Tabelle 2: Mindestfugenbreiten bei Verwendung von Dichtstoffen nach Fensterwerkstoff, Fensteranschlag und Fensterelementlänge
Fensterprofil-Werkstoff Mindestfugenbreite (stumpfer Anschlag) Mindestfugenbreite (Innenanschlag)
Hart-PVC 10 mm (bis 1,5 m), 15 mm (bis 2,5 m), 20 mm (bis 3,5 m), 25 mm (bis 4,5 m) 10 mm (bis 3,5 m), 15 mm (bis 4,5 m)
Polymethylmethacrylat (PMMA) 15 mm (bis 1,5 m), 20 mm (bis 2,5 m), 25 mm (bis 3,5 m), 30 mm (bis 4,5 m) 10 mm (bis 2,5 m), 15 mm (bis 3,5 m), 20 mm (bis 4,5 m)
PUR-Integral-Hartschaumstoff 10 mm (bis 2,5 m), 15 mm (bis 3,5 m), 20 mm (bis 4,5 m) 10 mm (bis 3,5 m), 15 mm (bis 4,5 m)
Alu-Kunststoff-Verbundprofile 10 mm (bis 2,5 m), 15 mm (bis 3,5 m), 20 mm (bis 4,5 m) 10 mm (bis 3,5 m), 15 mm (bis 4,5 m)
Holzfensterprofile 10 mm (bis 4,5 m) 10 mm (bis 4,5 m)

Nutzt man zur Abdichtung sogenannte vorkomprimierte Dichtungsbänder (Kompriband), muss man darauf achten, dass deren Kompression bei der Fenstermontage ausreicht. Die Hersteller geben die Kompressionswerte an. Wichtig: Damit die Dichtung funktionstüchtig wird, brauchen solche vorkomprimierten Dichtungsbänder geeignete Andruck- / Anpressflächen, die vor allem eben sein müssen. Die zugehörigen Mindestfugenbreiten für Anschlussfugen mit imprägnierten Schaumkunststoffbändern sind in folgender Tabelle aufgezeigt:

Tabelle 3: Mindestfugenbreiten bei Verwendung von imprägnierten Schaumkunststoffbändern nach Fensterwerkstoff, Fensteranschlag und Fensterelementlänge
Fensterprofil-Werkstoff Mindestfugenbreite (stumpfer Anschlag) Mindestfugenbreite (Innenanschlag)
Hart-PVC 8 mm (bis 2,5 m), 10 mm (bis 4,5 m) 8 mm (bis 4,5 m)
Polymethylmethacrylat (PMMA) 8 mm (bis 1,5 m), 10 mm (bis 3,5 m),12 mm (bis 4,5 m) 8 mm (bis 4,5 m)
PUR-Integral-Hartschaumstoff 6 mm (bis 1,5 m), 8 mm (bis 3,5 m), 10 mm (bis 4,5 m) 8 mm (bis 4,5 m)
Alu-Kunststoff-Verbundprofile 6 mm (bis 1,5 m), 8 mm (bis 2,5 m), 10 mm (bis 4,5 m) 8 mm (bis 4,5 m)
Holzfensterprofile 6 mm (bis 1,5 m), 8 mm (bis 4,5 m) 8 mm (bis 4,5 m)

Die Norm DIN 18542 teilt vorkomprimierte Dichtungsbänder gemäß ihres Einsatzzwecks in sogenannte Beanspruchungsgruppen entsprechend einer Montage nach dem 3‐Ebenen‐Prinzip ein:

  • Beanspruchungsgruppe (BG) 1: Außenbereich mit direkten Witterungseinflüssen
  • Beanspruchungsgruppe (BG) 2: Außenbereich mit abgedecktem Einbau
  • Beanspruchungsgruppe (BG) R: raumseitig

Dabei gilt, dass die Abdichtung nach innen dampfdiffusionsdichter ist, als die Abdichtung nach außen.

Übersicht der unterschiedlichen Dichtebenen (Grafik: energie-experten.org)
Übersicht der unterschiedlichen Dichtebenen (Grafik: energie-experten.org)
Tabelle 4: Beanspruchung von Dichtungsbändern nach DIN 18542
Beanspruchungsart Außenbereich Abgedeckter Einbau Raumseitig
Fugenbewitterung direkt entfällt entfällt
Schlagregen stark gering entfällt
Tauwasser hoch gering hoch
Luftfeuchte Langzeit Langzeit Langzeit
Luftdichtheit normal normal hoch

Abdichtungsfehler

Häufige Fehler bei der Abdichtung sind:

  • Abdichtung ist nicht umlaufend ausgelegt
  • bei bodentiefen Fenstern fehlt die raumseitige untere Abdichtung
  • äußere Fensterbänke / Fensterbankanschlüsse sind nicht dauerhaft schlageregendicht ausgelegt

Ausführung der Befestigung von Fenstern

Lastabtrag

Moderne Fenster sind häufig dreifach verglast. Solche Fenster sind insbesondere in großflächiger Ausführung recht schwer. Das hohe Fenstereigengewicht bedeutet den Abtrag hoher Last. Beim Lastabtrag sin insbesondere die horizontal wirkenden Kräfte, sogenannte Horizontalkräfte zu beachten, da die üblicherweise bei der Fenstermontage genutzten Direktbefestigungsschrauben, die zur Aufnahme von 0,5 Kilonewton ausgelegt sind, nicht zum Einsatz kommen können.

Mit langen Spezialschrauben verankert der Schreiner den Rahmen fest im Mauerwerk. Der fachgerechte Einbau und die professionelle Abdichtung garantieren einen hohen Wärme- und Einbruchschutz. (Foto: Kneer-Südfenster)
Mit langen Spezialschrauben verankert der Schreiner den Rahmen fest im Mauerwerk. Der fachgerechte Einbau und die professionelle Abdichtung garantieren einen hohen Wärme- und Einbruchschutz. (Foto: Kneer-Südfenster)

Sollen Rollläden oder Rollladenkästen montiert werden, ist es üblich, den oberen Blendrahmen des Fensters bei der Fenstermontage als freitragend zu montieren. In diesem Fall muss der Lastabtrag über die seitlichen Befestigungen realisiert werden.

Verklotzung

Auch wichtig ist bei hohen Lasten, sprich der Montage schwerer Fenster, dass die Blendrahmen bandseitig fachgerecht verklotzt werden – und zwar auch dann, wenn Direktbefestigungsschrauben verwendet werden. Die Ausrichtung und Fixierung der Fenster in der Bauwerksöffnung erfolgt vor der Befestigung z.B. durch Keile, Distanz- und Tragklötze bestehen aus Kunststoff oder Hartholz.

Tragklötze helfen dabei, die Lasten, die ein Fenster bauphysikalisch darstellt (Eigenlast, Windlast, Verkehrslast), in das Mauerwerk zu übertragen. Diese ordnet man im Bereich der Fensterrahmenecken, Pfosten und Riegel an, wobei die Art der Fensteröffnung zu beachten ist. Die Verklotzung muss thermisch bedingte „Bewegungen“ des Fensters zulassen.

Bis auf die erforderlichen Tragklötze sind nach der Befestigung alle Keile und Distanzklötze zu entfernen.

Anordnung und Ausbildung von Trag- und Distanzklötzen (Grafik: energie-experten.org)
Anordnung und Ausbildung von Trag- und Distanzklötzen (Grafik: energie-experten.org)

Abstände

Grundsätzlich gilt, dass Fenster umlaufend mechanisch befestigt werden müssen. Dabei unterscheidet man den Ankerabstand und den Abstand von der Innenecke.

Folgende Maße gelten für den Ankerabstand:

  • bei Aluminiumfenstern max. 800 mm
  • bei Holzfenstern max. 800 mm
  • bei Kunststoffenstern max. 700 mm

Für den Abstand von der Rahmeninnenecke und bei Pfosten und Riegeln sollten von der Innenseite des Fensterprofils ein Abstand von 100 bis 150 mm eingehalten werden.

Das Gewicht des Rollladenkastens sollte das Fenster nicht belasten. In der Praxis erfolgt Lastabtragung nach oben oder durch Erhöhung der Statik oben.

Befestigungsabstände bei umlaufend mechanischer Montage (Grafik: energie-experten.org)
Befestigungsabstände bei umlaufend mechanischer Montage (Grafik: energie-experten.org)

Montagematerialien

Zum Befestigen dienen: 

  • Rahmendübel
  • Laschen
  • Konsolen
  • Winkel
  • Direktbefestigungsschrauben.

Bei der Wahl des Befestigungsmaterials kommt es auf den Baustoff der Wand, ebenso an wie auf die vom Dübelhersteller angegebenen Randabstände. Zudem müssen sämtliche Befestigungsteile mindestens korrosionsgeschützt sein. In Feuchträumen (Hallenbädern u. dergl.) sind nichtrostende Metalle für die Fenstermontage zu verwenden. Wohnbäder und Küchen gelten diesbezüglich nicht als Feuchträume.

Tabelle 5: Gebräuchliche Befestigungssysteme bei der Fenstermontage
Rahmendübel Rahmendübel können universell sowohl in Alt- als auch Neubauten eingesetzt werden. Sie werden durch den Fensterrahmen im Untergrund verankert und auf Schub-, Scher- und Biegespannung belastet. Deshalb sind dem Einsatz des Rahmendübels besonders bei schweren Lasten wegen des notwendigen Abstandes zwischen Wand und Rahmen Grenzen gesetzt.
Laschen, Krallen, Schlaudern aus Blech Laschen sind relativ biegeweich, sodass gut die thermischen Längenänderungen der Rahmenwerkstoffe aufgenommen werden können. Laschen können nur Lasten senkrecht zur Fensterebene aufnehmen. Für die Anbindung an der Wand und am Blendrahmen sind geeignete Befestigungsmittel zu verwenden.
Zarge Zargen sind Hilfsrahmen, die während der Fenstermontage gesetzt werden und zu einem späteren Zeitpunkt das Fenster aufnehmen. Die Befestigung und Lastabtragung der Zarge muss sowohl zur Wand als auch zum Fenster den oben genannten Anforderungen entsprechen.
Lastabtragende Lasche oder Winkel aus Metallprofilen Derlei Montagemittel sind der Regel biegesteif und können somit größere Lasten in das Bauwerk einleiten. Sie werden entweder angedübelt oder an in das Bauwerk eingebundene Metallteile angeschweißt.
Justierbare Befestigungssysteme Die Anwendung von justierbaren Befestigungssystemen ist abhängig von der konstruktiven Ausbildung und wird häufig nur als spezielle Problemlösung konzipiert. Gegebenenfalls ist bei ihrer Verwendung ein Nachweis der Funktion erforderlich sowie eine ausreichende Dämmstoffüberdeckung.
Führungen Führungen sind sinnvoll bei hohen Anforderungen an den Bewegungsausgleich. Hierzu können gleitfähige Zwischenlagen erforderlich werden.
Konsolen Sitzt bei mehrschaligen Wandsystemen das Fenster in der Dämmzone, so sind Stützkonstruktionen wie z. B. Konsolen u.ä. notwendig. Die Befestigung selbst ist so zu bemessen, dass die zu erwartenden Windlasten und die Verkehrslasten aufgenommen werden und das Eigengewicht auch bei geöffnetem Flügel senkrecht zur Fensterebene abgetragen werden kann.

Expertentipp: Fenster mit einer Fläche größer gleich neun Quadratmeter bei kleinerer Seitenlänge von größer gleich zwei Metern gelten nach der Norm DIN 18056 als Fensterwände. Sie dürfen nur mit bauaufsichtlich zugelassenen Befestigungsmitteln montiert werden, die unter anderem auch die DIN 18360 regelt.

Toleranzen

Für die Fenstermontage gilt: Fenster müssen im senkrechten und waagerechten Lot eingebaut werden. Wobei Toleranzen gemäß Wasserwaagengenauigkeit zu beachten sind. Das heißt bei einem Fenster bis 3 Meter Länge sind Toleranzen von 1,5 Millimeter pro Meter zulässig, maximal jedoch drei Millimeter. Funktionalität und Optik dürfen dabei nicht leiden.

Fachgerechte Fenstermontage: Der neue Fensterrahmen wird vom Fachmann in die offene Laibung lot- und waagerecht eingesetzt. (Foto: Kneer-Südfenster)
Fachgerechte Fenstermontage: Der neue Fensterrahmen wird vom Fachmann in die offene Laibung lot- und waagerecht eingesetzt. (Foto: Kneer-Südfenster)

Expertentipp: Für das erfolgreiche Gelingen der Fenstermontage hilft es, schon beim Aufmaß der Fenster die Fenstermontage selbst zu planen und dafür Detailskizzen anzufertigen.

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"Fenstermontage: Normen, Abdichtung & Befestigung" wurde am 04.07.2019 das letzte Mal aktualisiert.