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Einteilung von Dämmstoffen nach DIN- und Euroklassen

Welcher Dämmstoff ist für welches Gewerk zugelassen? Wie erkenne ich die Eignung eines Dämmstoffes am Kurzzeichen?

Für den Einsatz von Dämmstoffen gelten verschiedene Normen und Zulassungen. Aufgrund bestehender deutscher Normen, Regelungen zur bauaufsichtlichen Zulassung und der europäischen Harmonisierung von Dämmstoffen ist die Unterscheidung von Dämmstoffen nach ihrer Eignung komplex. Wir stellen hier die aktuell gängigen Regelungen zur Klassifizierung von Dämmstoffen entsprechend der geltenden Normen vor.

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Klassifizierung von Anwendungstypen von Dämmstoffen

Für die Bestimmung der Anwendungseigenschaften eines Dämmstoffes gelten seit Januar 2004 ausschließlich die harmonisierten europäischen Produktnormen DIN EN 13162 bis DIN EN 13171 in Verbindung mit der deutschen Anwendungsnorm DIN V 4108-10. Mit der Einführung der neuen europäischen Normen wurden die früheren Anwendungstypen WL, W, WD, WV und WS durch neue, anwendungsbezogene Bezeichnungen ersetzt.

Je nach Anwendung im Gebäude werden genormte oder bauaufsichtlich zugelassene Dämmstoffe entsprechend ihren technischen und bauphysikalischen Eigenschaften sogenannten Anwendungstypen zugeordnet. Diese Anwendungstypen sind jeweils durch ein Kurzzeichen gekennzeichnet, das auf dem Produkt-Etikett des Dämmstoffes vermerkt sein muss. Diese Eingruppierung soll Architekten, Planern und Bauherren die Auswahl von Dämmstoffen für ein bestimmtes Anwendungsgebiet erleichtern.

Nachfolgend sind die wichtigsten Anwendungsgebiete nach Anwendungstypen mit Beispielen aufgeführt:

Anwendungsgebiete (Anwendungstypen) von Wärmedämmungen nach DIN V 4108-10
AnwendungsgebietKurzzeichenBeispiele
Decke, DachDADAußendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Deckungen
DAAAußendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Abdichtungen
DUKAußendämmung des Daches, der Bewitterung ausgesetzt (Umkehrdach)
DZZwischensparrendämmung, zweischaliges Dach, nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken
DIInnendämmung der Decke (unterseitig) oder des Daches, Dämmung unter den Sparren/ Tragkonstruktion, abgehängte Decke usw.
DEOInnendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich ohne Schallschutzanforderungen
DESInnendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich mit Schallschutzanforderungen
PerimeterPWAußenliegende Wärmedämmung von Wänden gegen Erdreich (außerhalb der Abdichtung)
PBAußenliegende Wärmedämmung unter der Bodenplatte gegen Erdreich (außerhalb der Abdichtung)
WandWABAußendämmung der Wand hinter Bekleidung
WAAAußendämmung der Wand hinter Abdichtung
WAPAußendämmung der Wand unter Putz (Sockeldämmung, Wärmebrückendämmung)
WZDämmung von zweischaligen Wänden, Kerndämmung
WHDämmung von Holzrahmen- und Holztafelbauweise
WIInnendämmung der Wand
WTHDämmung zwischen Haustrennwänden mit Schallschutzanforderungen
WTRDämmung von Raumtrennwänden

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Weitergehende Differenzierung von Dämmstoffeigenschaften

Während die Anwendungstypen den Ort der Dämmstoffnutzung im bzw. am Haus eingrenzen und näher bestimmen, unterscheidet man weitergehend die Anforderungen an den Dämmstoff entsprechend der Anforderungen der Einbausituation an den Dämmstoff wie z. B. Druckbelastbarkeit, Wasseraufnahme, Zugfestigkeit, Trittschalldämmung und Verformbarkeit. Daher differenziert die DIN V 4108-10 die Anwendungstypen weitergehend um eigenschaftsbezogene Untergruppen:

Weitergehende Unterscheidung von Dämmstoffeigenschaften nach DIN V 4108-10
DämmstoffeigenschaftKurzzeichenBeschreibungAnwendungsbeispiele
Druckbelastbarkeitdkkeine DruckbelastbarkeitHohlraumdämmung, Zwischensparrendämmung
dggeringe DruckbelastbarkeitWohn- und Bürobereich unter Estrich
dmmittlere DruckbelastbarkeitNicht genutztes Dach mit Abdichtung
dhhohe DruckbelastbarkeitGenutzte Dachflächen, Terrassen
dssehr hohe DruckbelastbarkeitIndustrieböden, Parkdeck
dxextrem hohe DruckbelastbarkeitHoch belastete Industrieböden, Parkdeck
Wasseraufnahmewkkeine Anforderungen an die WasseraufnahmeInnendämmung im Wohn- und Bürobereich
wfWasseraufnahme durch flüssiges WasserAußendämmung von Außenwänden und Dächern
wdWasseraufnahme durch flüssiges Wasser und/ oder DiffusionPerimeterdämmung, Umkehrdach
Zugfestigkeitzkkeine Anforderungen an ZugfestigkeitHohlraumdämmung, Zwischensparrendämmung
zggeringe ZugfestigkeitAußendämmung der Wand hinter Bekleidung
zhhohe ZugfestigkeitAußendämmung der Wand unter Putz, Dach mit verklebter Abdichtung
Schalltechnische Eigenschaftenskkeine Anforderungen an schalltechnische EigenschaftenAlle Anwendungen ohne schalltechnische Anforderungen
shTrittschalldämmung, erhöhte ZusammendrückbarkeitSchwimmender Estrich, Haustrennwände
smmittlere ZusammendrückbarkeitSchwimmender Estrich, Haustrennwände
sgTrittschalldämmung, geringe ZusammendrückbarkeitSchwimmender Estrich, Haustrennwände
Verformungtkkeine Anforderungen an die VerformungInnendämmung
tfDimensionsstabilität unter Feuchte und TemperaturAußendämmung der Wand unter Putz, Dach mit Abdichtung
tlVerformung unter Last und TemperaturDach mit Abdichtung

Die Kombination der Anwendungstypen und der eigenschaftsbezogenen Untergruppen nach der DIN V 4108-10 auf dem jeweiligen Produktetikett veranschaulicht bereits den Verwendungsort und die dort zu erfüllenden Dämmstoffeigenschaften. So bedeutet z. B. "DAD (dh)", dass dieser Dämmstoff für eine Dämmung unter Deckungen mit hoher Druckbelastbarkeit geeignet ist. Ein Dämmstoff mit der Kurzkennzeichnung "PW (wd)" wäre z. B. für eine Perimeterdämmung des Kellers geeignet.

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Einteilung nach DIN EN und bauaufsichtlicher Zulassung

Wärmedämmstoffe müssen entweder den europäischen Normen (EN) entsprechen oder bauaufsichtlich zugelassen sein. Für die meisten werkmäßig hergestellten Wärmedämmstoffe (Dämmstoffe, die bereits fertig im Dämmstoffwerk zum Einbau hergestellt werden) gelten die DIN EN 13162 bis DIN EN 13171.

Die Dämmstoffeigenschaften von an der Verwendungsstelle hergestellten Wärmedämmstoffen, die z. B. erst an der Baustelle als Zwischensparrendämmung des Daches verwendet werden und sich durch die Art der Verwendung die Wärmedämmeigenschaften ändern können, werden bei positiver Prüfung entsprechend der Richtlinien einer Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung in der Regel als "bauaufsichtlich zugelassen" definiert.

Einteilung von Dämmstoffen nach DIN EN und bauaufsichtlicher Zulassung
Werkmäßig hergestellter DämmstoffNormBeispiele für bauaufsichtlich zugelasse Dämmstoffe
Mineralwolle-Dämmstoffe (MW)DIN EN 13162Blähglas
Polystyrol-Hartschaum (EPS)DIN EN 13163Kalziumsilikat
Polystyrol-Extruderschaum (XPS)DIN EN 13164Baumwolle
Polyurethan-Hartschaum (PUR)DIN EN 13165Flachs
Phenolharz-Hartschaum (PF)DIN EN 13166Hanf
Schaumglas-Dämmstoffe (CG)DIN EN 13167Hobelspäne
Produkte aus Holzwolle (WW)DIN EN 13168Kork
Platten aus Blähperlite (EPB)DIN EN 13169Polyesterfaser
Expandierter Kork (ICB)DIN EN 13170Schafwolle
Holzfaserdämmstoffe (WF)DIN EN 13171Zellulosefaser

Klassifizierung des Brandverhaltens eines Dämmstoffes

Welche Brandgefahr von einem Dämmstoff ausgeht, wird durch die harmonisierte Klassifizierungsnorm DIN EN 13501-1 beschrieben. Dämmstoffe werden dabei in nach ihrem Brandverhalten in die 7 europäischen Klassen (Euroklassen) A1, A2, B, C, D, E und F (früher A1 und A2 = nichtbrennbar), B1 = schwerentflammbar), B3 = normalentflammbar) eingeteilt.

Da außer vom Dämmstoff selbst das Brandverhalten auch von eventuell zugesetzten Klebern, Flammschutzmitteln, Beschichtungen etc. positiv oder negativ beeinflusst wird, werden neben dem Brandverhalten des Dämmstoffes auch Brandparallelerscheinungen wie die Rauchentwicklung durch die Klasse s1 bis s3 und des brennenden Abtropfens bzw. Abfallens durch die Klassen d0 bis d2 erfasst.

Übersicht der Klassen zum Brandverhalten und zu Brandparallelerscheinungen eines Dämmstoffes
Europäische Brandschutzklassen nach DIN EN 13501-1Bauaufsichtliche BenennungBrandeigenschaften des DämmstoffesKlasse für die Rauchentwicklung und Abtropfen/ AbfallenDämmstoff-Beispiele
A1Nicht brennbarVollbrand kann nicht verursacht werden Mineralwolle, Schaumglas, Perlite
A2Nicht brennbar, Schwer entflammbarVollbrand kann nicht verursacht werdens1, d0; s2, d0; s3, d0; s1, d1; s1, d2; s3, d2Mineralwolle, Schaumglas, Perlite
BSchwer entflammbarVollbrand wird noch nicht verursacht, aber wesentlicher Beitrag zum Brands1, d0; s2, d0; s3, d0; s1, d1; s1, d2; s3, d2Mineralwolle, Expandierter Polystyrolschaum (EPS), Extrudierter Polystyrolschaum (XPS), Polyurethan-Hartschaum (PUR), Holzwolle-Platten, Holzfaserdämmplatten, Hanf, Zellulose
CSchwer entflammbarVollbrand wird in einem Zeitraum von 10 bis 20 Minuten verursachts1, d0; s2, d0; s3, d0; s1, d1; s1, d2; s3, d2
DNormal entflammbarVollbrand wird in einem Zeitraum von 2 bis 10 Minuten verursachts1, d0; s2, d0; s3, d0; s1, d2; s2, d2; s3, d2
ENormal entflammbarVollbrand wird in einem Zeitraum von 2 Minuten verursacht
FLeicht entflammbarKeine nachgewiesene Brandschutzfunktion

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"Einteilung von Dämmstoffen nach Dämmstoff-Klassen" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.