Letzte Aktualisierung: 03.01.2018

Ist Dämmputz von außen eine Alternative zu WDVS?

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Was ist Dämmputz? Wie wird er als Außenputz eingesetzt? Welche Dämmwirkung bringt dieser Putz? Ist Dämmputz eine Alternative zu einem Wärmedämmverbundsystem?

Als Dämmputz wird ein Putz bezeichnet, der wärmedämmende Eigenschaften hat und somit einen Beitrag zur Wärmedämmung leisten kann. Dämmputz zur Anwendung im Außenbereich (insb. Außenfassade) muss sich besonderen Witterungs- und Belastungsbedingungen stellen und unterscheidet sich daher in seiner Zusammensetzung und auch Verarbeitung von einem Dämmputz für Innenwände.

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Definition: Was ist eigentlich ein Wärmedämmputz?

Ein Dämmputz, auch Wärmedämmputz genannt, ist ein spezieller Putz, der nicht nur die Wand schützt und verkleidet, sondern auch den Wärmedurchgang hemmt und so den Wärmefluss im Winter von innen nach außen und im Sommer von außen nach innen dämmt.

Das gelingt ihm, weil ihm Zusätze (sogenannte Leichtzuschläge) beigemischt werden, die eine geringe Wärmeleitfähigkeit haben, also Wärme schlecht leiten. Außerdem wird Dämmputz besonders dick verarbeitet. Die maximale Putzschichtdicke (auch Putzstärke genannt) beträgt jedoch i.d.R. max. zehn Zentimeter.

Dämmputz lässt sich sowohl im Außenbereich zum z. B. Verputzen der Fassade benutzen, als auch als Dämmputz im Innenbereich zum Verputzen der Innenseitenvon Außenwänden. Dämmputz kann wie herkömmlicher Putz als Grund für einen Anstrich dienen. Außerdem ist er als Unterputz verwendbar.

Materialspezifische Beschaffenheit: Leichtzuschläge im Vergleich

Mineralische Dämmputze

Weit verbreitet sind mineralische Dämmputze: Dabei handelt es sich um Putz auf der Basis mineralischer Gemische wie Kalkzement. Dieser hat von Haus aus allerdings keine nennenswerte Dämmwirkung. Die spezifische Wärmeleitfähigkeit des Putzes lässt sich aber senken, indem man dem Gemisch leichte, poröse Materialien zugibt, sogenannte Leichtzuschläge, darunter

Wozu anzumerken ist, dass mit zunehmenden Anteil solcher Leichtzuschläge die mechanische Stabilität des Dämmputzes abnimmt. Deshalb hat die Zugabe von Leichtzuschlägen ihre systemischen Grenzen.

Das ist auch der Grund dafür, dass es kompliziert ist, einen Dämmputz anzurühren, der mit ähnlich niedrigen spezifischen Wärmeleitfähigkeiten (sogenannten λ-Werten) daher kommt wie herkömmliche Dämmmaterialien und Dämmsysteme (Dämmplatten, Dämmmatten, Dämmziegel, Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)).

EPS-Dämmputz

Wenn Sie sich im Fachhandel oder im Internet nach dem passenden Dämmputz für Ihr Dämmprojekt umschauen, werden Sie feststellen, dass dort Putz mit expandiertem Polystyrol (EPS) besonders häufig gehandelt wird. Der Grund für dessen Beliebtheit ist der: EPS-Dämmputz hat eine höhere Dämmwirkung als rein mineralischer Dämmputz.

Außerdem wird für dessen Herstellung, Transport und Lagerung deutlich weniger sogenannte graue Energie (Energie, die der Verbraucher nicht direkt einkauft) benötigt, so dass seine Klimabilanz positiver ausfällt. Wobei man nicht vergessen darf, dass expandiertes Polystyrol ein Kunststoff auf fossiler Basis ist. Wer EPS-Dämmputze mit grünem Gewissen verputzen will, sollt deshalb darauf achten, dass dieser mit recyceltem Polystyrol angesetzt wurde.

Aerogel-Dämmputz

Vergleichsweise neuer Dämmputz mit Aerogel als Dämmstoff kommt mit seinen λ-Werten um die 0,03 Watt pro Meter und Kelvin (W/(m K) zwar schon an die Wärmedämmwirkung von Polyurethan (PUR) heran und dämmt damit theoretisch besser als Polystyrol.

Doch seine Anwendung erfordert einem Einiges ab: Schließlich dürfen beim Auftragen von Aerogel-Dämmputz dessen feine, mit Luft gefüllte Poren – die Dämmwirkung beruht also auf einer Art Luftpolster - nicht beschädigt werden.

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Wie wird Dämmputz außen aufgetragen?

Anwendungsgebiete

Dämmputz kommt außen in der Regel als Fassadenputz als Alternative zu einem WDVS zur Anwendung bzw. dort, wo sich kein Wärmedämmverbundsystem errichten lässt, zum Beispiel

  • beim energetischen Sanieren von Gebäudefassaden unter Denkmalschutz,
  • beim nachträglichen Dämmen von Rolladenkästen anstelle von Dämmschaum oder
  • wenn das Anbringen dicker Dämmplatten mit zu teuren baulichen Anpassungen verbunden wäre.

Fachmännisches Auftragen

Dämmputz, der zum Verputzen einer Außenfassade zum Einsatz kommt, muss wasserbeständig sein. Die Wasserbeständigkeit ist allerdings eine Eigenschaft, die nicht unbedingt mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit zu vereinbaren ist. Sie müssen deshalb aber nicht auf Dämmputz verzichten, denn er lässt sich auch als wärmedämmender Unterputz verwenden, auf den Sie anschließend einen wasserabweisenden Oberputz aufbringen.

Das Aufbringen von Dämmputz in einer gleichmäßig dicken Putzschicht erfordert eine ganze Portion mehr handwerkliches Geschick und Können als eine deutlich dünnere Putzschicht aus herkömmlichem Putz. Und für den oben erwähnten Aerogel-Dämmputz brauchen Sie sogar spezielle Methoden, um diese aufzubringen. Sie sollten Dämmputz daher am besten von versierten Fachhandwerkern auftragen lassen.

Welchen Effekt bringt Dämmputz von außen?

Herkömmlicher Dämmputz hat eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,077 W/(mK). Im Folgenden wollen wir Ihnen anhand von Rechenbeispielen die Dämmwirkung von Wärmeputz auf Wänden zeigen:

Rechenbeispiel 1: Dämmputz auf einer Außenwand eines Neubaus

Angenommen, die mit Dämmputz zu verputzende Wand sei 36 Zentimeter stark. Sie bestünde aus sogenannten Poroton-Steinen, deren Wärmeleitfähigkeit 0,1 W/(mK) betrage. Der U-Wert dieser Wand (Wärmedurchgangskoeffizient) wäre: 0,27 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/(m2K).

Würde auf diese Beispielwand ein herkömmlicher Dämmputz mit der oben genannten Wärmeleitfähigkeit und in einer maximalen Putzstärke von zehn Zentimetern aufgebracht werden, reduzierte man damit den U-Wert der Wand auf 0,197 W/(m2K).

Wäre die Dämmputzschicht dagegen nur fünf Zentimeter hoch, ergäbe sich ein U-Wert von 0,226 W/(m2K) für die Wand. Mit beiden Putzstärken hätten Sie die normativen Vorgaben der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 eingehalten.

Rechenbeispiel 2: Dämmputz auf einer Altbauwand (Fassade)

In unserem zweiten Rechenbeispiel soll es um eine Wand eines Altbaus gehen. Sie soll aus 30 Zentimeter dicken sogenannten Hochlochziegeln bestehen, wie sie typischerweise nach dem Zweiten Weltkrieg verbaut wurden. Damit käme die Wand auf einen U-Wert von 1,49 W/(m2K). Die zugehörige Wärmeleitfähigkeit läge bei 0,6 W/(mK) – und damit deutlich unter dem von der Norm geforderten Wert.

Mit einer Putzschicht aus herkömmlichen Dämmputz kämen Sie hier auch nicht viel weiter, denn selbst zehn Zentimeter herkömmlicher Dämmputz brächte der Außenwand nur einen U-Wert von 0,51 W/m2K. Bei fünf Zentimetern betrüge der U-Wert 0,76 W/m2K. Sie sehen, trotz Dämmputzschicht lägen die tatsächlichen Dämmwerte der Wand noch immer weit über den vorgeschriebenen.

Hier müssten Sie also auf alternative Dämmmethoden mit Dämmplatten & Co. setzen, um normkonform und energetisch sinnvoll zu sanieren.

Tabelle 1: Berechnung des Dämmeffekts von Dämmputz auf einer Außenwand
Dämmputzstärke U-Wert Außenwand Neubau U-Wert Außenwand Altbau
5 cm 0,226 W/(m2K) 0,76 W/m2K
10 cm 0,197 W/(m2K) 0,51 W/m2K

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