Letzte Aktualisierung: 02.06.2016

Maßnahmen zur Flachdachdämmung im Vergleich

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Wie dämmt man ein Flachdach? Welche Methoden zur Flachdachdämmung gibt es? Welche Dämmstoffe sind für die Dämmung geeignet? Was muss beim Dämmen eines flachen Dachs beachten? Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Das Dämmen eines Flachdachs ist eine komplexe Aufgabe, die auf vielfältige Weise gelöst werden kann. Im Ergebnis bekommt man unterschiedliche Flachdachdämmungen, die wir in diesem Artikel vorstellen und miteinander vergleichen. Sie erfahren dabei die Grundlagen der Flachdachdämmung und was beim Dämmen von flachen Dächern zu beachten ist. Schließlich wird es hier auch um die Kosten der Flachdachdämmung und die Möglichkeiten gehen, Fördermittel dafür in Anspruch zu nehmen.

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Anforderungen an die Dämmung eines Flachdaches

Ein Flachdach muss besonderen Anforderungen gerecht werden: Anders als von einem steilen Dach rutschen beispielsweise Niederschläge nicht ganz so einfach vom Flachdach. Aufgrund der Exposition gen Sonne entwickeln sich außerdem extrem hohe Temperaturen auf einem Flachdach. Hinzu kommt, dass viele Flachdächer als sogenannte Gründächer genutzt werden sollen. Entsprechend hoch ist die Belastung der Dämmschicht und der Abdichtung.

Eine Flachdachdämmung muss in jedem Fall den Vorschriften der geltenden Energieeinsparverordnung, kurz: EnEV, gerecht werden. Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) darf beim Flachdach maximal 0,2 Watt pro Quadratmeter und Kelvin betragen.

In Abhängigkeit von der Bauart des Flachdachs hat man die Wahl zwischen unterschiedlichen Dämmmethoden, um das Flachdach zu dämmen. Diese richten sich vornehmlich nach der Konstruktion des Flachdaches als Kalt-, Warm- oder Umkehrdach. Je nach Dämmweise können insbesondere bei einer Flachdachsanierung ganz unterschiedlich aufwändige Maßnahmenpakete resultieren.

Methoden zur Dämmung eines Kaltdaches

Das Besondere am Kaltdach ist, dass bei der Dämmung zwischen der Dämmschicht und der Dachabdichtung eine kalte Luftschicht bleibt. Sie wirkt als Hinterlüftung und ist namensgebend. Die Kaltdachdämmung ist demnach eine sogenannte hinterlüftete Flachdachdämmung. Diese Dämmmethode eignet sich besonders gut für Flachdächer, deren Dachfläche gering geneigt ist und die genügend Platz zwischen der Raumdecke und der Dachabdichtung bieten: ein Zwischenabstand von dreißig bis fünfzig Zentimetern reicht aus, um die Dämmung in diesen Hohlraum einzubringen.

Das geschieht wegen der Unzugänglichkeit häufig mit Hilfe einer Einblasdämmung. Die Einblasmethode liefert eine lückenlose Dämmschicht aus losen Dämmmaterialien, die auch über eine kleine Öffnung komfortabel eingebracht werden können, wenn das Flachdach nach oben hin geschlossen ist. Die Dämmstoffschicht kommt dabei auf der Dampfsperre zu liegen, das ist meiste eine diffusionsdichte Folie.

Anders ist es, wenn das Flachdach nach oben hin offen, also noch zugänglich ist. Dann kann als Dämmstoff auch ein Klemmfilz zum Einsatz kommen. Ist noch keine Dampfsperre eingerichtet, kann das nachgeholt werden. Das ist allerdings aufwendig, da die Dampfsperre von unten angebracht werden muss und zu den Außenwänden hin jeweils wärmebrückenfrei abgedichtet werden muss.

Ganz wichtig für die wirkungsvolle Wärmedämmung nach der Kaltdach-Methode ist, dass über der Dämmung eine Luftschicht mit einer Höhe zwischen zehn und fünfzehn Zentimetern bleibt, die die eigentliche Hinterlüftungsebene darstellt. Sie dient dem Abtransport etwaig vorkommender Feuchtigkeit im Hohlraum, die aus dem Innenraum und vor allem aus der hölzernen Dachkonstruktion stammt. Denn, und das muss hier deutlich gesagt werden, diese Kaltdachdämmung ist für aus Holz konstruierte Flachdächer gedacht. Als Dämmstoffe eignen sich für diese Flachdachdämmung mineralische wie Steinwolle oder organische wie Zellulose.

Flachdachdämmung einer Warmdachkonstruktion

Der Unterschied der Warmdach-Dämmmethode zu der Dämmung eines Kaltflachdaches ist, dass es bei einer Warmdachkonstruktion keine Hinterlüftung gibt. Das heißt, zwischen der Dämmschicht und der Außenhaut des Flachdachs bleibt keine Luftschicht erhalten. Stattdessen wird der Zwischenraum komplett ausgefüllt und der Dämmstoff darin luftdicht eingeschlossen. Diese Dämmmethode wird überdies von außen bzw. von oben ausgeführt, wohingegen ein "kaltes Flachdach" von unten gedämmt werden kann.

Will man eine Luftdichtheit erreichen, muss das Dach komplett abgedichtet werden. Denn von außen eindringendes Wasser kann aus dem Hohlraum nur schwer entweichen, was die Gefahr für die Ausbildung von Schimmel extrem erhöht. Infolge Schimmelbefalls kann der Dämmstoff beeinträchtigt werden, was wiederum die Wirksamkeit der Dämmschicht zunichtemachen würde.

Von innen nach außen betrachtet, kommt bei einer Warmdachdämmung zuerst eine Dampfsperrfolie zum Einsatz, auf der druckfeste Dämmplatten verlegt werden. Diese können zum Beispiel aus Kunststoff wie Polyurethan (PUR) oder Polystyrol in Form von XPS-Dämmplatten sein. Auf die Dämmplattenschicht folgt eine Konstruktion aus Holz, eine so genannte Schalung, die mit der Dachabdichtung beschichtet wird. Als Abdichtung dienen häufig Bitumenbahnen. Damit aus ihnen eine dichte Fläche entsteht, werden sie zusammengeschweißt. Als letzte Schicht kann man losen Kies auf die Bitumenbahnen aufschütten, das Warmdach kommt aber auch ohne die Kiesschicht aus.

Bei dieser Flachdachdämmung muss man besonders darauf achten, dass man beim Begehen / Nutzen des gedämmten Flachdachs die Abdichtung nicht zerstört. Zudem ist der Ablauf des stehenden Regenwassers wichtig. Hierzu werden die vorgenannten Dämmplatten als Gefälledämmung ausgeführt, die sicherstellt, dass das Regenwasser zu einem Abfluss geleitet wird.

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Flachdachdämmung eines Umkehrdaches

Das sogenannte Umkehrdach bietet eine der einfachsten Möglichkeiten zur Dämmung flacher Dächer. Sie gilt zudem als Sonderform des Warmdachs, die Schichten dieser Flachdachdämmung sind jedoch genau umgekehrt angeordnet. Für diese Dämmmethode wird die Dämmschicht auf die bestehende Dachabdichtung montiert. Zu diesem Zweck sind, ähnlich wie beim Warmdach, insbesondere Dämmplatten aus Hartschaum geeignet, die besonders druckfest sind. Und die, da sie im nassen Bereich verlegt werden, wasserabweisend sind.

Bevor man die PUR- oder XPS-Platten auf dem Flachdach auslegt, muss man den Untergrund gründlich säubern, damit die Dämmplatten nicht von unten durchbohrt werden und die dichte Dämmschicht somit zerstört wird. Auf die Dämmstoffschicht kommt als Nächstes eine neue Dachabdichtung. Das kann beispielsweise die schon beschriebene Bitumenbahnenschicht sein. Und wie beim Warmdach schon, bildet eine Schicht aus lose aufgeschüttetem Kies den Abschluss der Flachdachdämmung nach der Umkehrdach-Dämmmethode. Empfohlen wird häufig noch, dass man ein spezielles Schutzvlies auf die Bitumenabdichtung legt, bevor der Kies aufgeschüttet wird. Das Schutzvlies schützt die Bitumenabdichtung vor spitzen Kieselsteinen.

Kosten und Wirtschaftlichkeit einer Flachdachdämmung

Soll ein Flachdach neu eingedeckt werden, müssen Sie mit Dämmung-Kosten zwischen 100 und 250 Euro pro Quadratmeter rechnen. Die Kosten für die Flachdachdämmung lassen sich nicht pauschal angeben, sie hängen von der Dämmmethode und den verwendeten Dämmstoffen ab und richten sich vor allem nach der zu dämmenden Flachdachfläche. Dennoch kann man Richtwerte angeben – und zwar für jede Dämmmethode.

Die Flachdachdämmung kostet zwischen 45 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Im Einzelnen ergeben sich folgende Preisspannen:

  • Flachdachdämmung Kaltdach: 45 bis 75 Euro pro Quadratmeter
  • Flachdachdämmung Warmdach: 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter
  • Flachdachdämmung Umkehrdach: 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter

Eine Studie des GDI Gesamtverband Dämmstoffindustrie e.V. "Wirtschaftlichkeit von wärmedämmenden Maßnahmen" hat für die Wirtschaftlichkeit einer Flachdachdämmung ergeben, dass bei einem Ausgangs-U-Wert von 0,9 W/(m2K) von einer Amortisationszeit zwischen 5 und 13 Jahren ausgegangen werden.

Als Maßnahme zur energetischen Sanierung Ihres Hauses (Neubau oder Bestandsbau) ist die Flachdachdämmung förderfähig im Sinne der staatlichen Förderprogramme. Sie haben also ein Anrecht auf Fördergelder, wenn Sie Ihr Flachdach dämmen. Es gibt zum einen Zuschüsse aus dem Förderprogramm. Zum anderen haben Sie die Möglichkeit, bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW) Kredite aufzunehmen, die besonders zinsgünstig ausgelegt sind.

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