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Armierungsgewebe und Armierungsschicht im WDVS

Was ist die Armierungsschicht und welche Rolle spielt sie im Wärmedämmverbundsystem? Was ist das Armierungsgewebe? Was muss man beim Anbringen der Armierungsschicht beachten?

Mit dem Begriff Armierungsschicht bezeichnet man den Armierungsmörtel (Unterputz), in dessen oberem Drittel das sogenannte Armierungsgewebe eingebettet wird. Dabei handelt es sich um ein spezielles kunststoffummanteltes Glasfasergewebe. Das Armierungsgewebe soll dem Putz einen stabileren Halt verschaffen.

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Aufbau und Bestandteile eines Wärmedämmverbundsystems

Ein Wärmedämmverbundsystem (kurz: WDVS oder WDV-System), also ein System zum außenseitigen Dämmen von Gebäuden, hat einen zumindest bautechnisch geregelten Aufbau. Dazu gehört zunächst das Befestigungssystem, das die Art und Weise meint, wie die Dämmung auf dem Untergrund (beispielsweise auf Ziegelmauerwerk, Kalksandstein, Beton oder verputzten Fassaden) angebracht wird: entweder geklebt und/oder gedübelt oder mit Hilfe eines Schienensystems.

Des Weiteren zählt der Dämmstoff an sich dazu, wobei es sich Großteils um Dämmplatten handelt. Es folgen die sogenannte Putzträgerschicht, die auch armierter Unterputz genannt wird, sowie eine Oberflächenschicht, die man auch Oberputz oder Flachverblender nennt.

Schematischer Systemschnitt durch ein Wärmedämmverbundsystem: 1 Verklebung 2 Dämmung 3 Armierungsmasse 4 Armierungsgewebe 5 Grundierung 6 Schlussbeschichtung (Grafik: Sto SE & Co. KGaA)
Schematischer Systemschnitt durch ein Wärmedämmverbundsystem: 1 Verklebung 2 Dämmung 3 Armierungsmasse 4 Armierungsgewebe 5 Grundierung 6 Schlussbeschichtung (Grafik: Sto SE & Co. KGaA)

Unterscheidung von Armierungsgewebe nach Einsatzzweck

Gut zu wissen: Klassischerweise wird Armierungsgewebe auch dann eingesetzt, wenn es gilt, Risse zu bedecken oder Kanten zu stärken beziehungsweise die infolge von Rissen oder beschädigten Kanten entstandenen Unregelmäßigkeiten einer Oberfläche auszugleichen. Typisch ist auch die Verwendung von Armierungsgewebe zur Vorbeugung von Rissen, insbesondere an besonders gefährdeten Stellen wie Ecken von Fenster- und Türöffnungen, sowie beim Aufbringen von Fliesen auf einen Holzboden. Es ist also wichtig, dass man beim Kauf von Armierungsgewebe darauf achtet, für welchen Zweck man es einsetzen will.

Entsprechend dem Einsatzzweck wird Armierungsgewebe nach

  • Außenputzgewebe,
  • Innenputzgewebe,
  • Panzerputzgewebe,
  • Universalputzgewebe und
  • Vollwärmeschutz-Putzgewebe

unterschieden.

Das schiebefeste Glasfasergewebe wird faltenfrei in die Armierungsmasse in bahnenbreite eingedrückt und naß in naß überspachtelt. (Foto: Caparol)
Das schiebefeste Glasfasergewebe wird faltenfrei in die Armierungsmasse in bahnenbreite eingedrückt und naß in naß überspachtelt. (Foto: Caparol)

Kunststoffummanteltes Glasfasergewebe als Armierungsgewebe

Während man lange Zeit mit verschiedenen Gewebearten arbeitete, beispielsweise mit Metallgewebe, mit Metallfäden, mit Glasfasergewebe und Kunststoffgewebe, hat sich kunststoffummanteltes Glasfasergewebe, das zudem alkalibeständig ist, sich also in keiner Base auflöst, als Armierungsgewebe durchgesetzt.

Nicht ohne Grund: Derartiges Armierungsgewebe lässt sich sehr leicht verarbeiten, besticht mit seiner Robustheit, Strapazierfähigkeit und langer Lebensdauer. Längst gibt es Armierungsgewebe in verschiedenen Ausführungen, die sich in der Stärke der Kunststofffasern und daraus resultierenden Maschenweite unterscheiden. 

Außen und innen universell einsetzbares, alkalibeständiges Armierungsgewebe von Sto. (Grafik: Sto SE & Co. KGaA)
Außen und innen universell einsetzbares, alkalibeständiges Armierungsgewebe von Sto. (Grafik: Sto SE & Co. KGaA)

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Vorarbeiten für die Aufbringung der Armierungsschicht

Die Armierungsschicht wird auf die fachgerecht angebrachten Dämmstoffplatten aufgebracht. Da ein Wärmedämmverbundsystem ein Schichtsystem darstellt, das Schicht für Schicht errichtet wird, kommt es beim Errichten vor allem darauf an, dass jede einzelne Schicht entsprechend ihrer Art aufgetragen wird und gemäß den Angaben des WDVS-Herstellers trocknet. Nur dann kann auch die folgende Schicht optimal anschließen und dauerhaft halten.

Wer hier unsachgemäß arbeitet, muss mit Rissen in den einzelnen Schichten rechnen und schlimmstenfalls mit dem Ablösen ganzer Schichtabschnitte. Sowohl Risse als auch größere Lagen des Wärmedämmverbundsystems, die sich lösen, gewähren Feuchtigkeit Eintritt und machen das gesamte Dämmsystem unnütz, ja sogar schädlich für das darunterliegende Mauerwerk.

Schritt für Schritt eine Armierungsschicht aufbringen

Unterputz anrühren und auftragen

Sind die Dämmplatten sauber montiert, kann man den WDVS-Unterputz (oft auch Kleber, Klebespachtelmasse oder Armierungsspachtel sowie Armierungsmörtel genannt) anrühren. Dazu wird der Trockenmasse exakt nach Angabe des Herstellers eine bestimmte Menge kalten, sauberen Wassers zugegeben. Das Gemisch wird dann mit einem Bohrer mit Mixeraufsatz so lange verrührt, bis daraus eine glatte, klumpenfreie Masse entstanden ist.

Diese wird anschließend und mit ihr das Armierungsgewebe auf die Fassaden-Dämmplatten aufgetragen. Dabei ist zu beachten, dass das Armierungsgewebe auch auf die Art der Dämmplatten abgestimmt sein sollte. Es macht durchaus Sinn, sämtliche Komponenten des WDVS von einem Anbieter beziehungsweise einer Marke zu kaufen, da diese aufeinander abgestimmt sind.

Zunächst ist also eine Schicht Unterputz aufzubringen, in die das Armierungsgewebe später mit leichtem Druck eingearbeitet wird. Diese Schicht Unterputz sollte etwa vier bis fünf Millimeter dick sein. Aufgetragen wird der Unterputz gleichmäßig und glatt von unten nach oben in einer Breite, die breiter ist als die Armierungsgewebe-Bahnen, die meist einen Meter breit sind. Anschließend wird die Schicht Unterputz mit einer Zahnkelle (10 mal 10 Millimeter) durchkämmt. Manche lassen das Durchkämmen auch weg.

Armierungsgewebe eindrücken

Das Armierungsgewebe wird danach am besten in Bahnen von oben nach unten in die frische Unterputzschicht eingedrückt. Bahnen deshalb, weil es das Armierungsgewebe üblicherweise von der Rolle gibt, das ähnlich wie Tapeten von der Rolle zugeschnitten werden muss. Beim Eindrücken in die Unterputz- beziehungsweise Kleberschicht hilft ein Glätter beziehungswiese eine sogenannte Glättelle. Achtung: Es dürfen sich dabei keine Falten bilden. Nach unten hin wird das Armierungsgewebe dann jeweils abgeschnitten.

Um eine geschlossene Fläche aus Armierungsgewebe zu erhalten, sollten die einzelnen Bahnen zudem an den Stößen überlappend angebracht werden. Laut Experten sind etwa 10 Zentimeter Überlappung seitlich optimal. Ganz wichtig ist, dabei darauf zu achten, dass das Armierungsgewebe komplett in den Unterputz eingebettet wird. Es darf sich nirgendwo ablösen.

Zweite Mörtelschicht auftragen

Es folgt der Auftrag der zweiten Mörtelschicht, die glatt verrieben werden sollte. Ist die Armierungsschicht fertig, sprich: das Armierungsgewebe ist gleichmäßig (Selbst kleine Löcher in der Schicht könnten zu unerwünschten Wärmebrücken führen, die die Wirkung der Dämmschicht mindern) und vollständig mit Unterputz bedeckt, hat sie idealerweise eine Dicke von drei bis vier Zentimetern. Sie muss abschließend mit einem Flächenspachtel abgezogen werden. Erst dann, wenn die Armierungsschicht komplett durchgetrocknet ist, darf die nächste Schicht (Putzgrund) aufgebracht werden. Das trocknen dauert mindestens drei Tage.

Oberer Schichtaufbau des WDVS: Das Armierungsgewebe wird in den Unterputz gedrückt und mit einer Mörtelschicht überzogen. (Foto: energie-experten.org)
Oberer Schichtaufbau des WDVS: Das Armierungsgewebe wird in den Unterputz gedrückt und mit einer Mörtelschicht überzogen. (Foto: energie-experten.org)

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"Armierungsgewebe und Armierungsschicht im WDVS" wurde am 15.04.2017 das letzte Mal aktualisiert.